Menschenwürde und Menschenrechte leiten sich nach den Worten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki aus der Menschwerdung Gottes in der Geburt Jesu Christi in Bethlehem ab. Gottes Ebenbild zu sein sei „die unbeschreibliche Würde eines jeden von uns“, sagte Woelki in seiner Predigt am ersten Weihnachtstag im Kölner Dom laut vorab verbreitetem Redemanuskript. Dabei sei es ganz gleich, ob jemand Frau, Mann oder Kind sei, ob reich oder arm, schwarz oder weiß, Christ oder Nicht-Christ.
Einfach, weil er ein Mensch ist, dürfe dieser „durch nichts und niemanden zur Disposition gestellt werden“, forderte der Erzbischof von Köln. Der Mensch sei „unantastbar“, denn wer sich am Ebenbild vergreife, vergreife sich „im letzten auch am Urbild, an Gott“. Niemand habe daher das Recht, über menschliches Leben zu verfügen, „weder über das ungeborene Leben noch über das altgewordene oder das kranke“, betonte Woelki.
Menschenrechte könnten nicht begründet werden ohne Menschenwürde, sagte der Kardinal weiter. Menschenwürde könne nur gut genug begründet werden von der Menschwerdung Gottes her. In Jesus Christus als Sohn Gottes gründe sich letztendlich der „einzig wahre Humanismus“, erklärte Woelki. Von ihm allein könne eine Erneuerung der Menschenwürde ausgehen.