Junge Ideen für die Predigt

Kreativ und mit einer nützlichen Botschaft: Das sollte eine Predigt ausmachen, finden jungen Teilnehmende am Wettbewerb um den Jugendandachtspreis der Nordkirche. Das hat sich ausgezahlt.

Gruppenfoto
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Kiel. Was macht eine gute Andacht aus? Wie lässt sich eine Idee dafür entwickeln, welcher Aufbau passt dazu? Und was macht die Predigt schließlich zu etwas Besonderem? Mit diesen Fragen beschäftigten sich mehrere Jugendteams, die beim Jugendandachtspreis „#beblessed“ der Nordkirche teilgenommen haben – und auch ohne abgeschlossenes Theologiestudium spannende Projekte präsentierten. Am Ende kürte eine Jury drei Gruppen aus Schleswig-Holstein als Sieger in verschiedenen Kategorien.

Dazu zählten „Kreativität“, „Spannungsbogen und Form“ sowie „Storytelling und Auslegung“. Als Thema des Wettbewerbs war „Keine Bange! Fürchte Dich nicht!“ vorgegeben. In Sachen Kreativität gewann die Gruppe der Friedensgemeinde aus Kiel, bestehend aus Karina Kühl, Klara Straßburg, Ella Sick und Max Dräger. Diese hatten mit Ambition teilgenommen, doch vor allem ging es um den Spaß an der Aktion. „Das war schon eine Überraschung für uns, als erste aufgerufen zu werden“, sagt Karina Kühl im Nachhinein. „Ich dachte: ‚Krass, was ist denn hier los?‘“

Ein unmögliches Szenario

Gemeinsam mit ihrem Teamkollegen und Schüler Max Dräger erläutert die Auszubildende, wie ihre Gruppe die Predigt Stück für Stück entwickelt hat: „Zuerst bekamen wir den Predigttext. Er handelt von der Geschichte, in der Jesus ein totes Mädchen auferweckt. Und darin heißt es: ‚Keine Bange/glaube nur/fürchte dich nicht‘“, schildert Max Dräger. Seine Interpretation: „Der Text hat veranschaulicht, dass auch, wenn man ein unmögliches Szenario vor sich hat, trotzdem so etwas passieren kann – solange man nur an Gott glaubt.“

Im Ausland und nicht erreichbar

So überlegte sich das Team passende Situationen, in denen Menschen nicht mehr weiterwissen, sich nicht ganz sicher sind im Glauben. Zu „Keine Bange“ etwa eine Schülerin, die von vielen Klausuren gestresst ist. Bei „Glaube nur“ stellten sie sich vor, ein Bekannter sei ins Ausland gefahren, sei nicht erreichbar. Freunde wüssten nun nicht, wie es ihm gehe – und müssten blind vertrauen. „Fürchte dich nicht“ münzten sie auf eine Person, die neu zugezogen ist in einer fremden Stadt und erst neue Bekannte finden muss. Die Szenen schauspielerten sie, nahmen sie als Video auf und banden sie als Teil der Predigt in die Lesung ein.

Eine Andacht gestalten – kann das jeder, ohne Vorwissen? Ganz so leicht sei es nicht, meint Karina Kühl. „Man sollte dem Empfänger schon eine prägnante Botschaft mitgeben können, bei der er auch nach einem Monat noch denkt: Daraus nehme ich etwas mit‘.“ Diese Botschaft laute beim jungen Team der Friedenskirche: „Zweifel und Angst in Maßen sind in Ordnung. Trotzdem sollte man nie aufgeben und es immer wieder probieren. Und auf sich selbst vertrauen – wenn man Unterstützung dabei braucht, kann man immer auf Gott zurückgreifen.“ In den drei gespielten Szenen hätten die Personen doch noch Bestätigung finden können, so Karina Kühl.

Preisgeld für Jugendarbeit

Was die jungen „#beblessed“-Teilnehmer aus Kiel mit den 750 Euro Preisgeld vorhaben, steht noch nicht genau fest. Auf jeden Fall werde es in einer Weise der Jugendarbeit der Kirchengemeinde zugute kommen, so Max Dräger: „Vielleicht machen wir eine schöne gemeinsame Fahrt oder Ähnliches.“

Mit dem Jugendandachtspreis „#beblessed“ der Nordkirche hatte Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, die Sieger-Teams in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen ausgezeichnet. Dazu gehören 2022 neben der Kieler Friedensgemeinde das Team der Jugendkirche Rendsburg und Umgebung, das den Preis für „Spannungsbogen und Form“ erhielt. Die Jugendgruppe „Einfach Anders – Gott und wir“ aus Meldorf gewann den Preis in der Kategorie „Storytelling und Auslegung“.