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Jüdisches Museum Frankfurt lädt zu interaktiven Ausstellungen ein

Das Jüdische Museum Frankfurt am Main lädt in diesem Jahr zu multimedialen Ausstellungen ein, an denen Besucherinnen und Besucher aktiv mitwirken können. Die Austellung „Mishpocha. The Art of Collaboration“ vom 17. April bis 27. September wurde in Zusammenarbeit mit Mike Diamond alias Mike D von der New Yorker Hip-Hop-Band Beastie Boys konzipiert, wie die Museumsdirektorin Mirjam Wenzel am Donnerstag sagte. Die Ausstellung spüre künstlerisch der Frage nach, was Familie (jiddisch: Mischpoke) bedeutet. Mike D wolle seine Erfahrung nacherleben lassen, dass Familie auch eine Gemeinschaft sein könne, die durch kreative Zusammenarbeit entsteht.

In der Schau sind Soundinstallationen, zeitgenössische Kunst und Videoinstallationen der Szenen von Punk, Riot Girls, Hip Hop und Techno zu erleben, wie die Kuratorin Franziska Krah erläuterte. In einem Studioraum können Besucherinnen und Besucher an acht Stationen Rhythmen, Geräusche und Musikinstrumente zusammenstellen und gemeinsam Musik machen. Daneben wird ab Juni an den verschiedenen Orten des Museums ein digitales Eintauchen in die Frankfurter Judengasse zur Zeit um 1860 möglich sein. Wie in einem Computerspiel können Besucher an Monitoren oder auf ihrem Handy in die virtuelle Vergangenheit reisen und sich mit Charakteren dort unterhalten. Dafür habe eine Agentur nach historischen Recherchen eine Künstliche Intelligenz trainiert.

Weitere Ausstellungen sind der Fotografin, Journalistin und Soziologin Gisèle Freund (1908-2000) gewidmet, nachdem das Museum einen umfangreichen Nachlass erworben hat (19. November bis 18. April 2027). Freunds Fotos und Texte aus den 1920er und -30er Jahren beleuchteten ihre ästhetische Experimentierfreude und das internationale Netzwerk an Frauen, das sie sich schuf, erläuterte der Kurator Friedrich Tietjen. Eine Kabinettausstellung zeigt vom 27. März bis 3. Januar 2027 Gemälde, Papier- und grafische Arbeiten des aus Frankfurt stammenden jüdischen Künstlers Armin Stern (1883-1944).