Die Jüdische Gemeinde zu Berlin will ihren Friedhof an der Heerstraße im Westen Berlins erheblich erweitern. Aktuell sei nur noch für wenige neue Grabstellen Platz, sagte eine Sprecherin der Senatsumweltverwaltung am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Deshalb wolle die Jüdische Gemeinde ein angrenzendes Waldstück vom Land kaufen. Es gehe um fast zwei Hektar Fläche. Das entspräche einer Vergrößerung der aktuellen Fläche um etwa ein Drittel. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung (Print) darüber berichtet.
Laut Senatsumweltverwaltung ist demnächst mit einer positiven Entscheidung zu rechnen. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, sagte der Zeitung, „wir sind seit zehn Jahren an dem Thema dran“. Laut Zeitung sind nur noch fünf Einzelgräber frei. Neben dem Friedhof Heerstraße verfügt die Gemeinde noch über den Friedhof Weißensee als aktuelle Begräbnisstätte.
Im Gegensatz zu kirchlichen und städtischen Friedhöfen, wo die Nutzung nach 20 Jahren abläuft, sind jüdische Gräber auf ewig angelegt. Deshalb verringert sich der Platz auf den ausgewiesenen Flächen mit jeder Bestattung. Auf dem Friedhof Heerstraße gibt es den Angaben zufolge mehr als 5.000 Gräber.