„Im Westen nichts Neues“ bei Oscars als bester Film nominiert

Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal geht mit dem Antikriegsfilm ein deutscher Streifen in der wichtigsten Oscar-Kategorie an den Start. Die Konkurrenz hat es aber in sich.

Die Hauptdarsteller des Films bei der Premiere in Berlin im September 2022
Die Hauptdarsteller des Films bei der Premiere in Berlin im September 2022IMAGO/Future Image

Der deutsche Antikriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ ist bei den kommenden Oscar-Verleihungen als bester Film nominiert. Das teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jährlich die höchste Auszeichnung der Filmwelt verteilt, in Los Angeles mit. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Academy Awards, dass ein deutscher Film in der wichtigsten Kategorie auf der Liste steht.

Bei im „Westen nichts Neues“ handelt es sich um eine Neuverfilmung des gleichnamigen berühmten Antikriegsromans von Erich Maria Remarque (1928). Der 142 Minuten lange Film von 2021 unter der Regie von Edward Berger wurde im Auftrag des Streaminganbieters Netflix produziert und ist dort auch schon seit Ende Oktober zu sehen. Ende September war er in die Kinos gekommen. Neben Felix Kammerer in der Hauptrolle des 17-jährigen Schülers Paul Bäumer spielen unter anderem Devid Striesow, Daniel Brühl und Albrecht Schuch.

„Avatar“ und „Top Gun“ ebenfalls im Rennen

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) nannte die Nominierung bereits einen großen Erfolg für den deutschen Film. „Das zeigt auch, dass Remarques Werk zur Grausamkeit und Brutalität des Krieges sowie zum verbrecherischen Zynismus einiger Kriegstreiber mitten in Europa hochaktuell ist“, sagte die Politikerin.

Bei den Oscar-Verleihungen wird die Romanadaption am 12. März gegen neun Konkurrenten antreten. Darunter finden sich mit James Camerons „Avatar. The Way of Water“, Baz Luhrmanns „Elvis“ sowie Tom Cruises „Top Gun. Maverick“ internationale Topseller an den Kinokassen. Auch „Everything Everywhere All at Once“ ist für die höchste Auszeichnung nominiert. Der Film von Daniel Kwan taucht in den meisten Kategorien der diesjährigen Nominierungsliste auf.

Bei Golden Globes unterlegen

Auch bei den Golden Globes war der Film von Berger in der Kategorie bester fremdsprachiger Film nominiert. Bei der Preisverleihung am 10. Januar unterlag er aber dem Politthriller „Argentinia, 1985“. Auch für die Oscars sind beide Filme wieder als bester fremdsprachiger Film im Rennen.

Neben den beiden genannten Nominierungen könnte „Im Westen nichts Neues“ noch die Preise für die beste Kameraführung, bestes Make-Up, beste Musik, bestes Produktionsdesign, bester Sound, beste Spezialeffekte sowie das beste übernommene Drehbuch erhalten.

Zum ersten Mal 1930 verfilmt

„Im Westen nichts Neues“ wurde 1929 von Erich Maria Remarque veröffentlicht. Es ist eines der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. In dem Roman hinterfragte der Autor den Sinn des Heldentods und brach damit in den 1920er-Jahren ein Tabu.

Die erste Verfilmung von Lewis Milestone, 1930 als große Hollywoodproduktion entstanden, gilt bis heute als einer der bedeutendsten Antikriegsfilme.