Was will Trump mit Grönland? Nach Ansicht von Historikerin Kristina Spohr sind es vor allem die Rohstoffvorkommen, die den US-Präsidenten interessieren. Aber es gibt noch mindestens ein anderes Motiv.
Der Griff von US-Präsident Donald Trump nach Grönland hat nach Ansicht von Historikerin Kristina Spohr vor allem mit den dort lagernden Rohstoffen zu tun. “Bekannt sind unter anderem Vorkommen an Öl, Gas, Seltenen Erden, Uran, Zink, Kupfer und Gold”, sagte die in London lehrende Wissenschaftlerin in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
“Dennoch darf man sich nicht täuschen: Das Eis, Permafrost und die fehlende Infrastruktur machen es äußert schwierig, diese Rohstoffe zu fördern”, so Spohr weiter. “Aber allein, dass es sie gibt, macht Grönland für Trump interessant. In Venezuela geht es ihm ja auch um den Zugriff auf das Öl, nicht um einen demokratischen Wandel.”
In den kommenden Tagen will US-Außenminister Marco Rubio mit Vertretern Dänemarks und Grönlands Medienberichten zufolge über das weitere Vorgehen sprechen. Das Auftreten Trumps, der auch die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens ins Spiel brachte, um das zu Dänemark gehörende Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, kommentierte Historikerin Spohr mit den Worten: “Dann wäre die Nato tot, weil ein Bündnispartner einen anderen angreift.”
Im Hintergrund stehe mutmaßlich ein ganz anderes Motiv, so die Spezialistin für die Geschichte der Arktis. “Trump möchte Macht demonstrieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass in diesem Jahr Wahlen in den USA abgehalten werden, die Midterms. Trump will sich als Macher präsentieren und muss zusehen, dass er seine Republikaner bei der Stange hält.”