Der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, hat dazu aufgefordert, im Umgang mit Kritik an Israel zwischen Judenhass und Antizionismus zu unterscheiden. Einige sähen überall Antisemitismus und andere seien blind dafür oder leugneten ihn, sagte er der „tageszeitung“: „Wir müssen Werkzeuge erarbeiten, um den Antisemitismus – aber auch falsche Antisemitismusvorwürfe – zu entlarven.“
Mendel rief dazu auf, jeweils auf die Begründungen zu achten. Es gebe Formen des Antizionismus, die auch antisemitisch seien. Es gebe ebenso nicht-antisemitischen Antizionismus. Der Historiker verwies in diesem Zusammenhang auf antizionistische Bewegungen in der jüdischen Diaspora. „Ein Großteil der Juden, die außerhalb von Israel leben, sind antizionistisch, und auch ein beträchtlicher Anteil der Juden, die in Israel leben, sind antizionistisch“, sagte Mendel. Es sei falsch, diese Vielfalt an antizionistischen Positionen als judenfeindlich darzustellen.
