Das deutsch-französische „Theater Eurodistrict BAden ALsace“ (BAAL) erhält die Hermann-Maas-Medaille. Sie werde am 27. Januar um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Gengenbach (Ortenaukreis) verliehen, teilte die Evangelische Landeskirche in Baden am Dienstag mit. Die Laudatio hält Landesbischöfin Heike Springhart.
Die Versöhnung der Religionen spiele im Programm des zweisprachigen Theaters immer wieder eine große Rolle, so die Jury in ihrer Begründung. Mit der Inszenierung „Das Tagebuch der Anne Frank“ habe sich das Theater der Versöhnung zwischen Christen und Juden angenommen. In die Inszenierung ist jiddische Live-Musik integriert. Es gibt Aufführungen speziell für junge Menschen und an Schulen unter Begleitung einer Theaterpädagogin.
Das grenzübergreifende Theater wurde vor 20 Jahren gegründet und sollte anfangs vor allem Brücken zwischen Deutschland und Frankreich bauen, schließlich auch zwischen den Kulturen, Nationen und Religionen. Pro Spielzeit gibt es rund 150 Vorstellungen im eigenen Haus im Europäischen Forum in Neuried am Rhein und auf Tour in Baden-Württemberg, Frankreich und Österreich mit insgesamt zwischen 20.000 und 25.000 Zuschauern.
Die Hermann-Maas-Medaille ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro verbunden. Die Evangelische Kirchengemeinde Gengenbach würdigt mit ihr seit 1994 das Wirken von Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen, die sich im Dienst am Nächsten und in der Versöhnung zwischen Religionen und Völkern – insbesondere zwischen Juden und Christen – verdient gemacht haben. Der Preis wird in der Regel alle vier Jahre in Kooperation mit der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Hermann-Maas-Stiftung in Heidelberg verliehen.
Der Namensgeber des Preises, Hermann Maas, wurde 1877 als Pfarrsohn in Gengenbach geboren. Als einer der Pioniere der ökumenischen Bewegung hat er sich seit 1913 für den Frieden zwischen Religionen und Völkern eingesetzt. Als Pfarrer in Heidelberg wurde er von 1933 bis 1945 zum Helfer und Retter für zahllose Juden. Dafür wurde er 1950 als erster Deutscher nach dem Krieg vom Staat Israel eingeladen. (0138/20.01.2026)