Hannoversche Landeskirche gibt fünf Millionen Euro für Menschen in Armut

Dank der Energiepreispauschale nimmt die Landeskirche mehr Geld ein. Das will sie nun armen Menschen zur Verfügung stellen – eine Millionensumme.

Ein Mann sammelt Pfandflaschen und Dosen
Ein Mann sammelt Pfandflaschen und Dosen

Hannover. Die hannoversche Landeskirche will fünf Millionen Euro für Menschen zur Verfügung stellen, die besonders von Armut betroffen sind. Das Geld stammt aus den Mehreinnahmen bei der Kirchensteuer, die auf die Energiepreispauschale der Bundesregierung zurückgehen, wie der zentrale Landessynodalausschuss zum Auftakt der in Hannover tagenden Landessynode berichtete. Es könne vor Ort etwa für Wärmestuben, Beratungsangebote, Tafeln, Tagestreffs oder Essensausgaben verwendet werden.

Die Summe soll über die 48 Kirchenkreise von Deutschlands größter evangelischer Landeskirche zwischen Göttingen und Cuxhaven verteilt werden. Schon im Dezember soll die erste Tranche von 2,5 Millionen Euro fließen. Weitere 2,5 Millionen sollen im kommenden Jahr folgen. Möglicherweise kämen noch weitere solcher Aufgaben auf die Landeskirche zu, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Martin Steinke in Vertretung für den erkrankten Vorsitzenden Jörn Surborg, der den Bericht verfasst hatte. Die weiter steigenden Flüchtlingszahlen könnten zusätzliche Hilfen erforderlich machen.

Worüber die Synode noch berät

Die Bundesregierung hatte im September eine Energiepauschale von 300 Euro über die Arbeitgeber an alle erwerbstätigen Personen ausgezahlt. Weil dieser Betrag einkommensteuerpflichtig war, wurde darauf auch Kirchensteuer fällig. Diese liegt in Niedersachsen bei neun Prozent der Einkommens-, Lohn oder Kapitalertragssteuer. Die beiden großen Kirchen hatten im September beschlossen, die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Menschen zu verwenden, die besonders von den hohen Heizkosten betroffen sind.

Die Synode tagt bis zum Freitag im diakonischen Henriettenstift in Hannover. Am Mittwoch berät das Kirchenparlament über den Haushalt für die Jahre 2023 und 2024 sowie über kirchliche Projekte zum Klimaschutz, unter anderem über Solaranlagen auf Kirchendächern. Zudem steht der turnusgemäße Bericht von Landesbischof Ralf Meister auf dem Programm. Zur hannoverschen Landeskirche gehören insgesamt 2,3 Millionen Mitglieder. Sie umfasst drei Viertel Niedersachsens. (epd)