Hannoversche Landeskirche

Gemeinden sollen selbst über Ostergottesdienste entscheiden

Feiert man Ostern mit Präsenzgottesdiensten? Keine einfache Entscheidung. Die Landeskirche Hannovers stellt es ihren Gemeinden frei – mit einer Ausnahme.

Mit Abstand feiern die Kirchen Gottesdienste

Hannover. Die hannoversche Landeskirche stellt es ihren Ortsgemeinden frei, ob sie an den Osterfeiertagen Präsenzgottesdienste feiern oder nicht. „Was immer Sie nach bestem Wissen und Gewissen für Ihre Gemeinde entscheiden, tragen wir mit“, heißt es in einem Osterbrief des Bischofsrates an die 1.235 evangelisch-lutherischen Gemeinden zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee. Darin betont die Kirchenleitung der größten deutschen Landeskirche die Eigenverantwortung der Einzelgemeinden: „Die Entscheidungen, die Sie vor Ort treffen, kann und darf Ihnen niemand abnehmen.“

Falls örtliche Behörden allerdings nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr verhängen, rät die Landeskirche dazu, Präsenzgottesdienste außerhalb dieser Zeiten zu feiern, sagte ein Sprecher dem epd. Dies betrifft vor allem die traditionellen Osternachtsfeiern, die normalerweise häufig spät abends oder frühmorgens begangen werden. Zwar gebe es im Falle nächtlicher Ausgangsbeschränkungen hierfür Ausnahmeregelungen. Es könne allerdings zu Irritationen führen, wenn sich Menschen trotz einer Ausgangssperre auf den Weg machten, um einen Gottesdienst zu besuchen.

Lage kann sich schnell ändern

Allein im Stadtkirchenverband Hannover waren nach Angaben einer Sprecherin ursprünglich rund 20 Feiern zur Osternacht geplant. Es sei allerdings ungewiss, wie viele davon unter den aktuellen Bedingungen stattfinden könnten. In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig waren 15 Osternachtsgottesdienste vorgesehen. Auch die dortige Landeskirche betonte jedoch, dass sich die Lage schnell ändern könne.

Nach der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen sind Präsenzgottesdienste an den Ostertagen unter strengen Hygieneregeln grundsätzlich erlaubt. Viele Gemeinden setzen mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen allerdings auf digitale Angebote. Andere bieten Gottesdienste unter freiem Himmel an. Einzelne Gemeinden haben mit Blick auf Corona ihre Gottesdienste ganz abgesagt. (epd)

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