Zehn Jahre nach seiner Eröffnung hat der Denkort Bunker Valentin in Bremen einen neuen Besucherrekord erreicht. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 40.773 Besucherinnen und Besucher in die Gedenkstätte in Europas zweitgrößtem oberirdischen Bunker, wie eine Sprecherin der Bremer Landeszentrale für politische Bildung auf epd-Anfrage sagte. Bereits 2024 hatte es nach ihren Angaben mit 37.600 Interessierten eine Steigerung der Besucherzahl zum Vorjahr gegeben.
Bunker Valentin dokumentiert als nationale Gedenkstätte die Rüstungspolitik des NS-Regimes und die nationalsozialistischen Pläne zur Vernichtung durch Arbeit. Der monströse Beton-Koloss mit einer Breite von fast 100 Metern und einer Länge von mehr als 400 Metern wurde ab Mitte 1943 von mehreren Tausend Zwangsarbeitern errichtet, um dort U-Boote zu montieren. Er wurde aber nie fertig. Rund 1.600 Menschen starben während der Bauarbeiten an Krankheiten und Unterernährung oder wurden willkürlich getötet. Die Gedenkstätte wurde am 9. November 2015 eröffnet.
Im vergangenen Jahr wurden in der Gedenkstätte keine antisemitischen, israelfeindlichen oder sonstigen gruppenbezogen menschenfeindlichen Vorfälle registriert, wie die Sprecherin erläuterte. Vereinzelt habe es aber entsprechende Äußerungen im Gästebuch sowie auf einer öffentlich zugänglichen Pinnwand gegeben.