Der Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Johannes Callsen (CDU), gedenkt der Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Zeit. Zum 85. Jahrestag der Deportation von Sinti und Roma ruft Callsen dazu auf, „Verantwortung zu übernehmen und Stellung zu beziehen“, wie die Landesregierung am Freitag mitteilte.
Um sich für Menschenwürde und Demokratie starkzumachen, habe die Landesregierung im vergangenen Jahr die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Schleswig-Holstein initiiert. Sie sei Teil eines Netzwerks, das vom Bund und verschiedenen Ländern getragen wird und setzte sich gemeinsam mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma und der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein für Aufklärung und Prävention von Antiziganismus ein. „Das Ziel, friedlich zusammenzuleben, verfolgen die Landesregierung und die Organisationen der Sinti und Roma gemeinsam seit vielen Jahren. Als Minderheitenbeauftragter des Ministerpräsidenten sowie als Beauftragter gegen Antiziganismus ist es mir besonders wichtig, diesen Dialog zu pflegen, auszubauen und als Ansprechpartner bereit zu stehen“, erklärte Callsen.
Am 16. Mai 1940 wurden rund 3.000 deutsche Sinti und Roma aus Schleswig-Holstein und Hamburg in Lager, Ghettos oder Dörfer des besetzten Polen verschleppt. Über 20.000 Sinti und Roma wurden ab 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.