Das diesjährige Täufergedenken im thüringischen Reinhardsbrunn (Kreis Gotha) am 18. Januar steht unter dem Motto der Jahreslosung der evangelischen Kirchen „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). Im Mittelpunkt der ökumenischen Begegnung stehe die Frage nach der Bedeutung biblischer Apokalyptik, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Mittwoch in Erfurt mit.
Anlass des jährlichen Gedenkens ist der Jahrestag der Hinrichtung von vier sogenannten Täuferinnen und zwei Täufern am 18. Januar 1530 in Reinhardsbrunn. Seit 2013 wird das Erinnern an die Opfer ökumenisch gestaltet. Die Täuferbewegung war eine reformatorische Glaubensbewegung im 16. Jahrhundert. Sie betonte die Taufe mündiger Gläubiger im Erwachsenenalter, Gewaltfreiheit und eine vom Staat unabhängige Kirche. Für ihre Haltung wurden die Gläubigen vielfach verfolgt.
Inhaltlich knüpft das Treffen laut EKM an die starke Resonanz apokalyptischer Texte in der Reformationszeit an, insbesondere der Johannes-Offenbarung im Neuen Testament. Für viele Täufer sei damit eine konkrete Naherwartung der Wiederkunft Christi verbunden, ebenso wie die Frage, wie Frieden und soziale Gerechtigkeit gelebt werden können. Diese Perspektiven sollen vor dem Hintergrund aktueller Kriege, gesellschaftlicher Umbrüche und der Klimakrise diskutiert werden.
Zum Programm gehören geistliche Angebote, ein ökumenischer Gottesdienst in und ein Pilgerweg zum Hinrichtungsort. Zentrale Gesprächsveranstaltung ist das „Reinhardsbrunner Gespräch“, das auch online verfolgt werden kann.