Gedenken an den modernen Apostel

Zu den diesjährigen Romerotagen findet in der Apostelkirche Eimsbüttel ein ökumenischer Gottesdienst in Gedenken an den Befreiungstheologen Óscar Romero statt.

Wandbild des Befreiungstheologen Oscar Arnulfo Romero in der Kapelle des Hospital la Divina Provedencia, El Salvador (Foto vom 18.03.2009). In den 1960er Jahren bildete sich innerhalb der katholischen Kirche Lateinamerikas eine Gruppe von Bischöfen, die den starken Arm-Reich-Gegensatz in lateinamerikanischen Ländern anprangerten. Einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Befreiungstheologie war der salvadorianische Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. Er stellte sich auf die Seite der Armen und kritisierte öffentlich Menschenrechtsverletzungen, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und ungleiche Landverteilung. Am 24. März 1980 ließ die Militärregierung El Salvadors Oscar Arnulfo Romero in der Kapelle des Hospital la Divina Provedencia während einer Predigt von einem Auftragskiller erschießen. Der Mord an Romero bildete den Auftakt zu einem Bürgerkrieg, der in El Salvador 12 Jahre herrschte.
Wandbild des Befreiungstheologen Oscar Arnulfo Romero in der Kapelle des Hospital la Divina Provedencia, El Salvador (Foto vom 18.03.2009). In den 1960er Jahren bildete sich innerhalb der katholischen Kirche Lateinamerikas eine Gruppe von Bischöfen, die den starken Arm-Reich-Gegensatz in lateinamerikanischen Ländern anprangerten. Einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Befreiungstheologie war der salvadorianische Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. Er stellte sich auf die Seite der Armen und kritisierte öffentlich Menschenrechtsverletzungen, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und ungleiche Landverteilung. Am 24. März 1980 ließ die Militärregierung El Salvadors Oscar Arnulfo Romero in der Kapelle des Hospital la Divina Provedencia während einer Predigt von einem Auftragskiller erschießen. Der Mord an Romero bildete den Auftakt zu einem Bürgerkrieg, der in El Salvador 12 Jahre herrschte.© epd-bild / Jutta Ulmer

Hamburg. „Óscar Romero ist in unserer Kirche immer präsent“, sagt Nina Schumann, Pastorin in der Apostelkirche Eimsbüttel. Dort im Altarraum blickt der salvadorianische Erzbischof von einem der hohen Fenster im Altarraum auf die Gemeinde herab. „Ein moderner Apostel“, erklärt die Theologin. Am Sonntag, 24. April, um 10 Uhr findet hier im Rahmen der diesjährigen Romerotage ein ökumenischer Gottesdienst in Gedenken an den Befreiungstheologen statt.

Verstärkt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen großen wirtschaftlichen Probleme und die fehlenden Antworten der Regierungen haben viele Menschen in Lateinamerika die Hoffnung verloren, im eigenen Land positive Veränderungen herbeizuführen. Der Glaube an die Demokratie nimmt ab, Migrationsströme und Armut nehmen zu. Überforderte Gesundheitssysteme und prekäre Bildungssysteme verschärfen die Situation.

Lesung zur Poetik der Erinnerung

Mit politischen, poetischen und hoffnungsvollen Veranstaltungen wollen die Romerotage diese neuen und doch schon alten strukturellen Herausforderungen thematisieren. Los geht es am Samstag, 26. März, mit einer Lesung zur Poetik der Erinnerung an den Militärputsch in Argentinien, über Kolumbien, wo Menschen trotz Friedensvertrag im eigenen Land auf der Flucht sind und über Gewalt gegen lateinamerikanische Frauen. Bis Samstag, 30. April, richten sich zahlreiche, Vorträge, Lesungen und Filme an Interessierte.

„Die Romerotage gibt es seit 1987 oder 1987. Wir standen zuerst mit Pappschildern und Namen von Salvadorianischen Ermordeten auf der Mönkeberstraße. Irgendwann war da dann der erste Romerogottesdienst“, erinnert sich Bärbel Fünfsinn, Theologin, Musikerin und langjährige Lateinamerikareferentin in der evangelischen Kirche.

„Wir haben die Wahl! Haben wir eine Wahl?

Dieser wird in diesem Jahr zusammen mit Christian Fischbach und Michael Becker vom Erzbistum Hamburg und dem Zentrum für Mission und Ökumene gefeiert. Ein Mitglied der „Peace Brigades International“ in Mexiko wird berichten, zwei argentinische Gitarristen den Gottesdienst mit ihrer Musik bereichern. „Wir haben die Wahl! Haben wir eine Wahl?“ so das Thema.

Doch es sind nicht nur die diesjährigen Wahlen in Kolumbien, Costa Rica und Brasilien. „Der Schwerpunkt lässt sich auch auf unser eigenes Leben übertragen“, erklärt Schumann. „Wo haben wir eigentlich die Wahl für Frieden, Demokratie und gegen den Krieg?“ Aktueller denn je also. „Für mich persönlich hat Religion auch immer eine politische Komponente“, so Schumann. „Und als Kirche müssen wir dazu Stellung beziehen.“ Das Programm gibt es unter www.romerotage.de.