“Garten am frischen Wasser“ bleibt erhalten

Nach dem Ende der Landesgartenschau in Eutin werden Teile des „Gartens am frischen Wasser“ weiter öffentlich zugänglich sein. Auch eine Talkreihe mit Propst Peter Barz wird 2017 fortgesetzt.

Eutin. „Ich wünsche mir viele Freunde in der neuen Schule und dass mein Papa wieder richtig gesund wird.“ – „Die Liebe zu einem kleinen wundervollen Menschen, der mich Papa nennt.“ Der Wunsch des Kindes und die Feststellung des Vaters haben eines gemeinsam: Beide stammen von Besuchern des „Gartens am frischen Wasser“. Zahlreiche Gäste haben das Projekt des Kirchenkreises Ostholstein während der Landesgartenschau, kurz LGS, besucht – und zu dem Grundthema „Wurzeln und Früchte meines Lebens“ kurze Sätze über Erreichtes, über Sehnsüchte, Wünsche und Ziele hinterlassen.
Anfang Oktober schloss die LGS in Eutin ihre Tore. Bis dahin hatten rund 500.000 Besucher das Gelände besucht. Zahlreiche Gäste werden dabei auch den „Garten am frischen Wasser“ durchwandert haben – wie viele genau, ist nicht bekannt. „Gezählt haben wir nicht“, sagt Pastorin Claudia Süssenbach. Dafür kann die Seelsorgerin eine ganze Reihe weiterer Zahlen auflisten: Rund 80 ehrenamtliche Gartenhüter haben demnach in 636 Schichten dafür gesorgt, dass die Besucher an 159 Tagen betreut wurden.

Urlaubergottesdienst war Top-Veranstaltung

„Es gab 330 Gottesdienste und Andachten, zehn Erzählkunst-Veranstaltungen, 45 Erzählspaziergänge mit ehrenamtlichen Bibel- und Märchenerzählern, 21 geführte Pilgerspaziergänge durch den Schlossgarten sowie 35 Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen“, so Süssenbach. „Die am besten besuchte Veranstaltung war der Urlaubsgottesdienst des Vereins ‚Andere Zeiten‘ im Juli, zu dem über 300 Menschen in den Garten kamen.“
„Viele Besucher haben den Garten sehr genossen“, sagt die Pastorin. Es habe eine Fülle an intensiven Gesprächen und viele berührende Schilderungen der Gäste gegeben: „Die LGS-Gäste kamen gezielt in unseren Garten, um etwas in den Wunschbaum zu hängen. Und viele freuen sich darüber, dass auch in Zukunft Teile davon erhalten bleiben“, zitiert sie aus dem Gästebuch, in dem die Besucher ihre Erlebnisse im Garten schilderten. Ein Besuchermagnet sei unter anderem die Reihe „Talk im Garten“ mit Propst Peter Barz gewesen. Er hatte alle zwei Wochen zu einer Gesprächsrunde unter die zwei mächtigen Federbuchen geladen – und mit illustren Gästen wie Autor Bastian Sick oder dem Landtagspräsidenten Klaus Schlie über deren Einstellung zu Glauben und Spiritualität gesprochen.
Die Talkrunde will der Propst 2017 auf dem Areal fortsetzen – genaue Termine stehen noch nicht fest. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit bleiben 2017 von April bis Oktober auch der auf dem Gelände installierte Brunnen, das Holzplateau, der Pilgerweg „Rauswege“ sowie der Wunschbaum öffentlich zugänglich, so Süssenbach. Zusätzlich wird das Areal für Veranstaltungen kirchlicher, aber auch anderer Anbieter offen stehen.