Für eine Zukunft mit Bäumen

Eberesche, Winterlinde oder Feldahorn – die „Klima-Action“-Gruppe der Kirchengemeinde will Schenefeld aufforsten. Bei einem Wettbewerb können Bürger einen Standort vorschlagen.

Drei Mädchen hinter dem Altar, davor große Blumensträuße und ein Kreuz
Drei Mädchen hinter dem Altar, davor große Blumensträuße und ein Kreuz

Schenefeld. Ihre Stadt ist einfach nicht grün genug, findet die „Klima-Action“-Gruppe der Stephanskirche in Schenefeld. Erst neulich seien in einem Waldgebiet wieder Bäume gefällt worden. Und deshalb hat die Jugendgruppe ihrem Namen alle Ehre gemacht und eine große Aktion ins Leben gerufen: 250 Bäume sollen in dem im Westen an Hamburg angrenzenden Ort gepflanzt werden – in einem Wettbewerb.

„Wir möchten etwas gegen den Klimawandel unternehmen und heimische Arten vor dem Aussterben bewahren“, sagte Isabell Garbe, 19, von der Klimagruppe, die das Programm zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Jessica Mora, 19, und Svea Plewka, 15, sowie Diakon Daniel Kiwitt entwickelt hat. Auch dass ihre Stadt dadurch schöner werde, spiele eine Rolle, erläuterten die jungen Klimaschützer bei der Präsentation ihres Programms, für die sie in die Stephanskirche geladen hatten.

Stiftung finanziert Aktion

Unterstützt wird die Aktion von der Stiftung „Der Saum des Himmels“ der Kinderbuchautorin Cornelia Funke. Wie viel Geld die Stiftung gibt, verrät Daniel Kiwitt nicht, es handle sich aber um einen „sehr nennenswerten Betrag“.

Für den Wettbewerb ist jeder Schenefelder aufgerufen, einen Standort für einen Baum einzureichen. Das können private Gärten genauso sein wie öffentliche Plätze, zum Beispiel Parks oder Wiesen. Wenn ein Baum auf öffentlichem Grund gepflanzt wird, werde das natürlich zuvor mit der Stadt abgesprochen, sagte Isabell Garbe. Vorschläge sind bis zum 1. September willkommen – entweder hier oder über ein Formular, das in der Kirche ausliegt.

Ab Oktober wird gepflanzt

Im September entscheidet dann eine Jury, welche Bäume gepflanzt werden. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Frage, wie der Boden beschaffen ist und ob der gewünschte Baum dort wachsen wird. Auch die Zukunft des betreffenden Grundstücks ist dabei im Blick: „Wir wollen nicht, dass der Baum nach fünf Jahren schon wieder gefällt wird“, sagt Diakon Kiwitt. Denn manche der ausgewählten Arten könnten bis zu 800 Jahre alt werden.

Auf viele Ebereschen dürfen die Schenefelder sich freuen Foto: Ottabatta / Pixabay
Auf viele Ebereschen dürfen die Schenefelder sich freuen Foto: Ottabatta / Pixabay

Gepflanzt werden sollen nach dem Willen der Gruppe ab Oktober Eberesche, Winterlinde und Feldahorn. Auch Obstbäume sollen dabei sein, zum Beispiel die Gemeine Birne oder die Wildpflaume, die Isabell Garbe sehr für Marmelade empfiehlt. Der Gemeine Apfel ist dagegen „etwas säuerlich“, sagt Diakon Kiwitt und daher eher geeignet für einen Apfelkuchen. Damit die neuen Besitzer auch wissen, wie ein Baum gepflegt wird, ist ein Workshop geplant.

Landschaftsplanerin begeistert

Als eine „sehr gute Idee“ bezeichnete Schenefelds Landschaftsplanerin Heinke Mulsow die Initiative. Die vergangenen drei dürren Jahre seien nicht spurlos an den Bäumen der Stadt vorbeigegangen, sagte sie während der Veranstaltung in der Kirche. Viele Bäume seien gestorben. Deshalb helfe die Gruppe sehr.

Begleitet wird die Aktion von einer Ausstellung im Gemeindesaal der Kirche. Die 15 Kinder des benachbarten Horts haben sich Gedanken gemacht, wie ihre Stadt mit mehr Bäumen wohl aussieht. Die Zeichnungen sind jetzt zu sehen.

Kommt noch mehr?

Bei 250 Bäumen für Schenefeld muss es nach Auffassung der „Klima-Action“-Gruppe jedoch nicht bleiben. Wenn die Aktion gut ankommt und es viele Bewerbungen gibt, können sich die Klimaschützer vorstellen, dass am Ende noch mehr Bäume in Schenefeld wachsen.