Frauenwerk aus Hannover ändert seinen Namen

Dass die Bezeichnung „Evangelische Frauen*“ mit einem Gender-Sternchen abschließt, sei ein bewusstes Statement, sagt Landesfrauenpastorin Susanne Paul.

Hannover. Mit einem neuen Namen will das Frauenwerk der hannoverschen Landeskirche die Veränderung seiner Arbeit und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dokumentieren. Die Einrichtung im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche heißt künftig „Evangelische Frauen*“. Dass die Bezeichnung „Evangelische Frauen*“ mit einem Gender-Sternchen abschließt, sei ein bewusstes Statement, sagt Landesfrauenpastorin Susanne Paul. „Uns ist bewusst, dass der Begriff Frauen heutzutage über das biologische Geschlecht hinaus weiter gefasst wird.“ Auch ein neues Logo dokumentiere: „Wir sind divers, bunt, vielfältig und interessant.“

„Wir orientieren uns an gesellschaftspolitisch für Frauen wichtigen Themen und reagieren zeitnah auf aktuelle Ereignisse“, unterstreicht die Theologin. Als Beispiele nennt sie eine Zoom-Konferenz zu feministischer Außen- und Friedenspolitik, bei der der Hashtag „#FriedenbrauchtFrauen“ gestartet wurde. Überdies habe die Frauenarbeit kürzlich zu dem gesellschaftlich kontrovers diskutierten Thema Prostitution einen Fachtag veranstaltet. Zudem habe sich die Arbeitsweise geändert. „Heute stellt sich zunehmend die Frage, wie wir interessierte Frauen erreichen können?“, erläutert sie. „Das ist vor allem über Themen und Projekte möglich.“

Das Frauenwerk in der hannoverschen Kirche wurde 1941 gegründet, um die christliche Frauenarbeit enger in kirchliche Strukturen einzubinden und damit eine Gleichschaltung durch das nationalsozialistische Deutsche Frauenwerk zu verhindern. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte es sich auch vielfach sozial-diakonisch, besonders im Bereich der Mutter- und Kind-Kuren. Zu den Themen der Vergangenheit zählten einer Festschrift zufolge unter anderem Debatten um Frauen im Pfarramt oder den Paragrafen 218, die feministische Theologe und der Einsatz gegen Gewalt an Frauen sowie unter anderem mit der Weltgebetstagsbewegung die Auseinandersetzung mit weltweiter Gerechtigkeit und spirituellem Miteinander.