Bischof Meister zum Start der Synode in Hannover

„Feuer des Glaubens“ neu entfachen

Mit einem Gottesdienst hat die Synode der Kirche Hannovers begonnen. Landesbischof Meister forderte, sich nicht hineinziehen zu lassen in das "Gerede von Niedergang und Abbau".

Das Schiff soll ausschließlich aus Spenden finanziert werden, betonte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister.

Landesbischof Ralf Meister

Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Christen dazu ermutigt, das „Feuer der Begeisterung“ für den christlichen Glauben neu zu entfachen. „Lassen wir uns nicht hineinziehen in das Gerede von Niedergang und Abbau“, sagte er in Hannover vor der Landessynode, dem Kirchenparlament. In der Kirche gehe es im Kern nicht um organisatorische Fragen, sondern „um das, was uns im Innersten antreibt“.

Im Eröffnungsgottesdienst in der Marktkirche in Hannover führte Meister die 80 Mitglieder der neu gewählten 26. Landessynode in ihr Amt ein. In der Kirche gebe es viele Geschichten von flammender Begeisterung und von „wärmendem Feuer“, betonte Meister. Er erinnerte an Kirchentage und Pilgertouren, Konfirmandencamps oder Gospelgottesdienste. Immer seien es Gemeinschaftserfahrungen. Der Bischof rief die Synodalen auf, dieses Feuer weiterzutragen, so wie es die Synodenmitglieder vor ihnen getan hätten.

Präsident der Synode bestätigt

Am Abend ist der Jurist Matthias Kannengießer aus Hannover als Präsident der Synode bestätigt worden. Das evangelische Kirchenparlament wählte den 51-Jährigen  einstimmig bei einer Enthaltung erneut in das Ehrenamt. Kannengießer steht bereits seit Februar 2014 an der Spitze der Synode. Das Präsidium wird jeweils auf drei Jahre bestimmt.

Kannengießer war Vorsitzender des Verfassungsausschusses, der die Verfassung der Landeskirche überarbeitet hat. Er ist weiterhin Mitglied der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der promovierte Jurist ist Vorsitzender Richter einer Zivilkammer am Landgericht Hannover. Er ist Mitglied im Kirchenvorstand der Friedensgemeinde in Hannover. Er gehört der eher konservativen Synodalgruppe Lebendige Volkskirche (LVK) an.

Matthias Kannengießer Foto: Norbert Neetz / epd

Die Mitglieder der 26. Landessynode wählten Wencke Breyer (Hannover) zur Ersten Vizepräsidentin. Zur Zweiten Vizepräsidentin wurde Doris Feuerhake (Emmerthal) und zum Dritten Vizepräsidenten Knut Laemmerhirt (Syke) gewählt.

Die Synode wurde für die kommende sechsjährige Legislaturperiode von 75 auf 80 Mitglieder erweitert. 66 von ihnen sind gewählt und zwölf berufen. Zwei Mitglieder haben durch ihr Amt einen festen Platz. Unter den Gewählten sind 19 Pastoren, zehn hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche sowie 37 Ehrenamtliche. 75 Prozent der Mitglieder rücken neu in die Synode.

Die Synode beschließt Kirchengesetze, verabschiedet den Haushalt der Landeskirche und wählt den Bischof oder die Bischöfin. Sie kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen. Die hannoversche Landeskirche umfasst mit rund 2,5 Millionen Mitgliedern zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee drei Viertel Niedersachsens. Damit ist sie die größte evangelische Landeskirche in Deutschland. (epd)

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