Europäische Rabbiner verlegen Konferenzsitz nach München

Die Konferenz Europäischer Rabbiner (CER) hat am Dienstag ihren neuen Hauptsitz in München eröffnet. Die Organisation bezeichnete ihren Umzug nach 67 Jahren von London nach Bayern als historischen Schritt. Damit beginne „eine neue Ära für das Judentum in Deutschland und Europa“.

Die Konferenz, die mehrere hundert Gemeinden zwischen Dublin und Wladiwostok vertritt, plant nach eigenen Angaben umfassende Aus- und Weiterbildungen in jüdischem Recht. Man wolle in und von München aus jüdisches Leben in Europa sichtbarer machen, Vorurteile abbauen und Extremismus bekämpfen.

„München, ein Ort mit einer tragischen Geschichte, zeigt heute ein blühendes jüdisches Leben“, sagte Konferenzpräsident Pinchas Goldschmidt. „Diese Entwicklung ist ein Beweis dafür, dass Antisemitismus keinen Erfolg haben wird.“ Dabei würdigte er München auch als Zufluchtsort für jüdische Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und Russland. Der ehemalige Moskauer Oberrabbiner dankte der bayerischen Staatsregierung für die Einladung nach München und ihr Engagement. Der Freistaat fördert die CER künftig mit 1,5 Millionen Euro im Jahr.

Der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte, seine Regierung stehe unverrückbar zu ihrem Schutzversprechen für jüdisches Leben im Freistaat. „Schön, dass Sie da sind. Schön, dass Sie hier bleiben“, sagte er an die Adresse der CER.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sagte, mit der Ankunft der Europäischen Rabbinerkonferenz werde München „noch mehr zu einer Hauptstadt des jüdischen Lebens in Europa“. Im Kampf gegen Judenhass müssten heute alle Kräfte gebündelt werden.