Etats für das kommende Jahr beschlossen

Zwei Kirchenparlamente, zwei einstimmige Beschlüsse: Die Synoden der Nordkirche und der Reformierten Kirche haben beschlossen, wofür sie 2023 Geld ausgeben wollen.

Modell einer Kirche aus Holz, rechts daneben gestapelte Münzen
Modell einer Kirche aus Holz, rechts daneben gestapelte Münzen

Lübeck-Travemünde/Emden. Die Nordkirche hat ihren Haushalt 2023 einstimmig beschlossen. Geplant werde auf Grundlage der Kirchensteuerschätzung mit Gesamteinnahmen von 577,4 Millionen Euro, sagte Malte Schlünz, Mitglied der Kirchenleitung. Der Haushalt basiere auf einer Erwartung von 530 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen. Das sind laut Schlünz rund 25 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, und bewege sich nahezu auf dem Niveau wie vor der Pandemie.

Trotz der guten Aussichten sei bei der Planung Vorsicht geboten, so Schlünz. Angesichts der hohen Inflationsraten sei mit deutlich steigenden Personal- und Sachkosten zu rechnen, zudem sei nicht davon auszugehen, „dass die aktuell hohen Energiepreise zum alten Niveau zurückkehren werden“. Außerdem dürfe der anhaltende Mitgliederschwund nicht vergessen werden, sagte Schlünz.

Kosten für Digitalisierung

Neu in die Haushaltsplanung aufgenommen seien die Herausforderungen, die mit dem Klimaschutz verbunden sind. In diesem Bereich sei der landeskirchliche Gebäudebestand ein wesentlicher Faktor, so Schlünz. „Es ist klar, dass dies insbesondere durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie durch Bestandsverkleinerung erreicht werden kann.“ Des Weiteren kämen Kosten für die geplante und notwendige Digitalisierung der Nordkirche hinzu, so Schlünz.

Einstimmig angenommen: Die Synode der Nordkirche ist sich beim Haushalt für 2023 einig gewesen Foto: Susanne Hübner / Nordkirche
Einstimmig angenommen: Die Synode der Nordkirche ist sich beim Haushalt für 2023 einig gewesen Foto: Susanne Hübner / Nordkirchesusanne HUEBNER

Die Kirchenkreise erhalten der Planung zufolge rund 334 Millionen Euro, die Landeskirche rund 76,8 Millionen Euro. Davon entfallen auf die sieben Hauptbereiche der Nordkirche, in denen die landeskirchlichen Dienste und Werke geordnet sind, 41,8 Millionen Euro. Der Bereich Leitung und Verwaltung, zu dem auch die Landessynode selbst gehört, habe einen Bedarf von 33,5 Millionen Euro, hieß es.

„Tiefgreifende Risiken“ bei Reformierten

Auch die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche hat den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. Bei der Tagung in Emden stimmten die Kirchenparlamentarier dem Volumen von 49 Millionen Euro einstimmig zu. Die Höhe liegt damit nur unwesentlich über dem Haushalt des laufenden Jahres. Trotz krisenhafter Rahmenbedingungen sehe der Etat noch keine großen Veränderungen vor, sagte Vizepräsident Helge Johr. Größter Einnahmeposten sind die Kirchensteuern, die mit 32 Millionen Euro veranschlagt sind.


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Im Verlauf der Synode warnte Johr vor tiefgreifenden Risiken, die auf die Kirche zukommen. So sei die Zahl der Kirchenmitglieder in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. Diese Entwicklung habe sich in jüngster Zeit verstärkt.

Bis 2038 rechnet der Jurist mit einem „erheblichen strukturellen Defizit“. Die Steigerung der Lohnkosten und die wachsende Inflation würden durch die laufenden Einnahmen nicht gedeckt. Ausgaben in Höhe von 92 Millionen Euro stünden dann lediglich Einnahmen von zwischen 60 und 70 Millionen Euro gegenüber. Zudem kämen neue Aufgaben im Klimaschutz und in der Bauunterhaltung hinzu. Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 162.500 Mitglieder in 143 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.