Streichliste des Erzbistums

Erste katholische Schule wird geschlossen

Es ist so weit: Mit Beginn der Sommerferien schließt die Grundschule St. Marien. Weitere Schulen sollen folgen, weil das Erzbistum sparen muss.

Die Grundschüler verlassen ihre Schule (Symbolbild)

Hamburg. Die erste von sechs Schulen auf der Streichliste des Erzbistums Hamburg wird endgültig geschlossen. Die Katholische Schule St. Marien Eulenstraße stellt zum Beginn der Sommerferien nach 132 Jahren ihren Betrieb ein, wie ein Sprecher der Abteilung Schulen und Hochschule des Erzbistums der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Am Mittwoch bekämen die letzten verbliebenen Viertklässler ihre Zeugnisse. Die einzügige Grundschule ist die kleinste der insgesamt 21 katholischen Schulen in Hamburg und wurde 1889 gegründet.

2023 will das Erzbistum auch die Domschule St. Marien, die Katholische Schule Altona, die Franz-von-Assisi-Schule und die Katholische Schule Neugraben schließen. 2025 soll das Niels-Stensen-Gymnasium folgen.

Prekäre Finanzlage

Das Erzbistum hatte Anfang 2018 angekündigt, wegen seiner prekären Finanzlage bis zu 8 seiner 21 Schulen in der Hansestadt zu schließen. Nach zahlreichen Protesten und der Zusage von Sponsorengeldern wurde entschieden, nur sechs Standorte aufzugeben. Die Schulen nehmen keine Neuanmeldungen mehr an; allerdings dürfen die verbliebenen Schüler noch ihre Abschlüsse machen. An den 15 Standorten, die bestehen bleiben, will die Diözese bis 2027 mehr als 130 Millionen Euro investieren.

Im nächsten Schuljahr werden laut Erzbistum 7.050 Schüler eine katholische Schule in Hamburg besuchen. Das sind 338 weniger als im nun endenden Schuljahr. Dennoch bleibt die katholische Kirche eigenen Angaben nach mit mehr als 35 Prozent der rund 20.000 Privatschüler in Hamburg der größte freie Schulträger in der Metropole. (KNA)

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