Entwicklungsministerin: „Klimakleber“ bringen Klimaschutz nicht voran

Die Aktionen der Letzten Generation schrecken ab statt für Klimaschutz zu motivieren, kritisiert Svenja Schulze. Für Fridays for Future hat sie dagegen Lob übrig.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze
Bundesentwicklungsministerin Svenja SchulzeIMAGO/Metodi Popow

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat die Protestaktionen einiger Klimaaktivisten scharf kritisiert. Was die Letzte Generation derzeit mache, bringe den Klimaschutz nicht voran, sagte Schulze der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung Neue Westfälische. Für den Klimaschutz brauche es „viele, die mitmachen“. Die Aktionen der Klimakleber schreckten aber eher ab, erklärte die Ministerin.

Aktivisten von Fridays for Future hätten hingegen viele Menschen auf die Straße gebracht und dafür gesorgt, dass der Klimaschutz als Thema in den Familien diskutiert werde, sagte Schulze. „Das ist es, was wir für konkrete Fortschritte beim Klimaschutz brauchen.“

Mehr Solidarität gefordert

Mit Blick auf Hungerkrisen in Afrika durch zunehmende Dürren rief Schulze zu mehr Solidarität mit diesen Ländern auf. Die meisten Menschen, die durch die Dürre gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen, würden innerhalb ihres eigenen Landes fliehen oder in ein Nachbarland gehen, sagte sie. So habe etwa Kenia viele Flüchtlinge dieser Region aufgenommen. „Mit diesen Ländern wollen wir solidarisch sein und sie, so gut es geht, stärken beim Umgang mit dieser Zusatzbelastung.“

Ernährungskrisen in anderen Teilen der Welt gefährden laut Schulze Wohlstand und Frieden in der EU. „Wir können uns nicht abschotten vom Rest der Welt“, sagte die Ministerin. Hunger führe oft zur Destabilisierung einer ganzen Gesellschaft. Umgekehrt führe Ernährungssicherheit auch zu mehr Sicherheit und besserer Entwicklung.