Eine verlockende Idee für den Klimaschutz

Es ist eine verlockende Idee für den Klimaschutz – und die Industrie: Statt Kohlendioxid weiter in die Atmosphäre zu blasen, soll es aufgefangen, abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden. Seit Jahren wird an solchen als „Carbon Capture and Storage“, kurz CCS, bezeichneten Technologien geforscht.

Das Verfahren besteht aus drei Schritten: Zunächst wird das Kohlendioxid an sogenannten Punktquellen abgeschieden. Dies können etwa Industrie- oder Müllverbrennungsanlagen sein („Capture“). Anschließend wird das CO2 zu einem Ort transportiert, wo es dauerhaft unter die Erdoberfläche gepresst wird („Storage“). Hierfür kommen etwa ehemalige Gas- und Erdöllagerstätten oder der Meeresuntergrund infrage.

Theoretisch kann CCS in allen Wirtschaftsbereichen eingesetzt werden. Vor allem bei Prozessen wie der Herstellung von Zement, wo Emissionen nur schwer vermeidbar sind, gilt die Technologie als vielversprechend. Viele Fragen sind aber noch offen. Problematisch ist laut Umweltbundesamt der große zusätzliche Energieaufwand. Demnach erhöht der Einsatz der Technologie den Verbrauch fossiler Brennstoffe um bis zu 40 Prozent. Zudem könnten bei der Speicherung Risiken für das Grundwasser entstehen.

Auch der Weltklimarat betont, dass es technologische und wirtschaftliche Hürden sowie ökologische Bedenken beim Einsatz von CCS gebe. Zugleich nennt das weltweit führende wissenschaftliche Gremium zum Klimawandel die Abscheidung und Speicherung von CO2 als eine Option, um die Emissionen zu reduzieren.

In Deutschland ist CCS derzeit lediglich in begrenztem Ausmaß zu Forschungszwecken erlaubt. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an der sogenannten Carbon-Management-Strategie, die sich auch mit dem zukünftigen Umgang mit CCS befassen soll.