Eine feste Burg – seit 800 Jahren

Zum 800. Geburtstag der Usedomer Kirche gratuliert Bischof Abromeit bei einem Festgottesdienst und zieht einen Vergleich zu einem Kirchenlied.

St. Johannes
St. Johannes

Liepe/Usedom. Mit einem Festgottesdienst ist in Liepe auf Usedom der 800. Geburtstag der St.-Johannes-Evangelist-Kirche gefeiert worden. Urkundlich erstmals 1216 erwähnt, ist sie die älteste Kirche auf der Insel. In seiner Festpredigt überbrachte Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) die Grüße der Nordkirche zu diesem "beeindruckenden Kirchenjubiläum".
"Viele Generationen haben in diesem Gotteshaus die gute Nachricht von der Erlösung durch Jesus Christus gehört", sagte der Bischof. Eines der bekanntesten protestantischen Kirchenlieder sei "Ein feste Burg ist unser Gott". Abromeit: "Wenn man sieht, wie die Sonne durch die dicken Fenster dieses alten Gemäuers aus Feldsteinen scheint, bekommt man eine gute Vorstellung von dieser schützenden Burg."

Kirche saniert

Die Feier begann auf dem Kirchhof mit den Usedomer Jagdhornbläsern. Die Orgel spielte Gerd Schulze, ein über 80-jähriger Ehrenamtlicher der Kirchengemeinde und ehemaliger Oboist des Dresdner Gewandhausorchesters. Pastor Stefan Fricke erinnerte an die grundlegende Sanierung der Kirche in den vergangenen zehn Jahren, die vom Förderverein Dorfkirchen am Lieper Winkel unterstützt wurde. Spendengelder kamen aus ganz Deutschland.
Das gesamte Dach wurde neu gedeckt, die Orgel instand gesetzt und im Innenraum Wand- und Deckenbemalungen freigelegt und restauriert. Besonders markant sind zwei Gemälde an der Ostwand der Kirche, die noch aus dem 13. Jahrhundert stammen. Sie zeigen die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung. Zu sehen ist, wie Gott selbst seinen Sohn aus dem Grab zieht.
Der Lieper Heimatverein übergab der Kirchengemeinde zum 800. Geburtstag eine Skulptur des Dresdner Bildhauers Peter Makolies mit dem Titel "Der große Feldsteinkopf". Die Skulptur wurde nach dem Gottesdienst enthüllt und steht nun auf dem Kirchhof. (epd)