Ein Chor für Kinder und Erwachsene

Einmal im Monat singt der Generationenchor von Schwerin. Er besteht aus Kindern, Eltern und Großeltern, die alle nur eines wollen: Spaß haben.

Mann sitzt am Klavier, Chor steht dahinter, kleine Kinder und Erwachsene
Mann sitzt am Klavier, Chor steht dahinter, kleine Kinder und Erwachsene

Schwerin. Langsam trudeln sie ein: Über 80-Jährige, zwei Mütter mit ihren Kindern, sogar ein Mann – leider nur einer. Christian Domke, Kantor der Friedensgemeinde Schwerin, zu der seit der kürzlich erfolgten Fusion auch die Versöhnungsgemeinde in Lankow samt ihrer gut heizbaren Neubaukirche gehört, hat schon alles vorbereitet: Etwa 20 Stühle sind im Halbkreis aufgestellt, der Flügel ist vor den Altar gerollt. Um die 20 Kinder, Frauen und Männer waren es bei den anderen schon erfolgten Zusammenkünften, zu denen er einmal im Monat an einem Samstagnachmittag von 14.30 bis 16.30 Uhr in die Versöhnungskirche in Schwerin Lankow einlädt.

Ein einzigartiger Chor weit und breit. Der immer wieder andere Menschen vereinigt, unverbindlich. Man kann kommen ohne jede Verpflichtung. Das nächste Mal vielleicht nicht – ohne sich entschuldigen oder ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Denn hier wird nicht für ein Konzert geprobt, bei dem die Einsätze, die Töne und die Tempi möglichst stimmen sollen – hier wird einfach nur miteinander gesungen. Mit der Bitte des Kantors, am folgenden Sonntag im Gottesdienst den Gemeindegesang und die Liturgie mit dem hier Geprobten zu unterstützen, oder wie er sagt: „aufzuwerten­“.

Atemübung zum Start

Vierstimmige Sätze gibt es hier nicht – aber ein Kanon kann schon mal dabei sein. Der Beginn ist wie in jedem Chor: intensive, auch fröhliche Atemübungen. Es wird mit Schwung geatmet und entspannt geseufzt­.

Hier sind erfahrene und unkundige Chorsängerinnen dabei, die keine Lust, Zeit oder Kraft auf wöchentliche Chorproben haben oder auf das Stehen während der Konzerte. Und die auch nicht mehr gern abends im Dunkeln unterwegs sind. Wie zum Beispiel Sabine Hildebrandt aus dem Augustenstift, die früher in einem Gospelchor gesungen hat: „Ich kann Noten nicht mehr richtig sehen, auch kein Englisch“, sagt die 78-Jährige. Und es sind Kinder dabei. Für sie muss stets ein besonderes Lied dabei sein. Charlotte, 11, Henriette, 8, waren schon mal hier, Greta, 9, ist das erste Mal mit ihrer Mutter gekommen. „Sie bringen Pfeffer und Lockerheit mit“, freut sich Ingrid Bongartz. Angela Drews bringst es auf den Punkt: „Es tut einfach gut.“

Info
Das nächste Treffen ist am Samstag, 10. Dezember, um 14. 30 Uhr wieder in der Versöhnungskirche in Lankow.