Die rheinland-pfälzischen Wälder könnten sich aufgrund des Klimawandels bis zum Ende des Jahrhunderts weiter grundlegend verändern. Die am Montag in Mainz vorgestellten Ergebnisse einer Studie mit dem Titel „“Klimawald 2100″ zeigten, dass weiterhin große Anstrengungen beim Waldumbau nötig seien, erklärte Umweltministerin Katrin Eder (Grüne). In manchen Bereichen der Forstwirtschaft habe Rheinland-Pfalz bereits eine 180-Grad-Wende vollzogen.
So seien in Wäldern lange gezielt Entwässerungsgräben angelegt worden. Heute sei das anders: „Wir versuchen, das Wasser mehr im Wald zu halten“, sagte Eder. Auch der Umstieg von Monokulturen zu Mischwäldern sei bereits weit fortgeschritten. Auf 85 Prozent der Fläche gebe es bereits keine dominierende Baumart mehr.
Im Rahmen der Studie hatte ein Wissenschaftlerteam der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt sich unter anderem mit der Zukunft der Buchenwälder befasst, auf die in Rheinland-Pfalz ein knappes Viertel der Waldfläche entfällt. Die Buche sei einst als „Zukunftsbaumart“ eingeschätzt worden, sagte FAWF-Leiter Ulrich Matthes. Zuletzt seien aufgrund längerer Dürrephasen aber immer größere Schäden an den Beständen festgestellt worden. Prognosen aus der Studie zeigten, dass bei einem stärkeren Temperaturanstieg die Hälfte der Landesfläche von Rheinland-Pfalz künftig nicht mehr als Standort für Buchen geeignet sei.
Um den Wasserhaushalt der Wälder zu stabilisieren, regt die Forschungsanstalt an, den Abfluss von Regenwasser aus den Wäldern aktiv zu verlangsamen. Anstelle der einstigen Entwässerungsgräben wird die Anlage von Mulden und Gräben parallel zu bestehenden Wegen empfohlen. Die Studie enthält auch Empfehlungen für den Umgang mit Flächen, auf denen große Mengen an Bäumen gleichzeitig durch Windbruch oder Borkenkäferbefall abgestorben sind. Mehr Totholz soll etwa an Ort und Stelle liegen bleiben, um die natürliche Waldverjüngung zu befördern.