Doppelt so viele Kinder in Konfliktgebieten wie vor 30 Jahren

Die Zahl der von Konflikten und Kriegen betroffenen Kinder ist laut „Save the Children“ stark gestiegen. Im vergangenen Jahr lebten rund 473 Millionen Kinder in Konfliktgebieten, erklärte die Kinderrechtsorganisation am Donnerstag in Berlin zur Veröffentlichung eines Berichts. Dies seien fast doppelt so viele Heranwachsende wie noch vor 30 Jahren.

Den Angaben zufolge lebten damit vergangenes Jahr 19 Prozent aller Mädchen und Jungen weltweit in einem Konfliktgebiet. Allein auf dem afrikanischen Kontinent waren laut dem Bericht 181 Millionen Kinder betroffen. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung waren Kinder im Nahen Osten vergangenes Jahr am stärksten gefährdet. Hier lebte den Angaben zufolge mehr als jedes dritte Kind in unmittelbarer Nähe eines Konflikts.

Laut dem Report waren Kinder in Konflikten und Kriegen zudem deutlich mehr schweren Verbrechen ausgesetzt. Mit 31.721 bestätigten Fällen habe es 2023 etwa 15 Prozent mehr Verstöße gegeben als im Vorjahr. Darunter fallen etwa die Tötung und Verstümmelung von Heranwachsenden oder Angriffe auf Schulen. Mit 8.434 Vorfällen wurde fast ein Drittel solcher Verbrechen in den Palästinensischen Gebieten festgestellt.

Lea Meyer, Expertin für humanitäre Hilfe bei „Save the Children“ Deutschland rief die Staaten auf, ihren Verpflichtungen zum Schutz von Kindern in Konflikten nachzukommen – „rechtlich, finanziell und durch ihr außenpolitisches Handeln“.

Die Analyse der Hilfsorganisation stützt sich unter anderem auf Daten des Friedensforschungsinstituts Prio sowie Berichte der Vereinten Nationen. Als Konfliktgebiet gilt ein Bereich im Radius von 50 Kilometern um einen Ort, an dem es innerhalb eines Jahres mindestens ein „Konfliktereignis“ gab. Dazu zählen Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen oder Anschläge auf die Zivilbevölkerung.