Jahrelang war es der absolute Besucher-Spitzenreiter der Nürnberger Museen, nun soll es nach intensiven Baumaßnahmen wieder eröffnet werden: das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Wie der Direktor der Museen der Stadt Nürnberg, Thomas Eser, am Dienstag bei einer Pressekonferenz sagte, ist zunächst ein Probebetrieb ab dem 22. Mai vorgesehen: „Da ist alles auf und es soll alles funktionieren.“ In den folgenden Monaten werde man Feedback von Besucherinnen und Besuchern für kleinere Optimierungen sammeln.
Seit Herbst 2020 wurde an dem Museum gebaut. In der Zwischenzeit war eine Interimsausstellung zu sehen. Immerhin 167.000 Gäste konnte das Dokuzentrum im Jahr 2025 so anziehen (2019: knapp 312.000), wie aus der Besuchsstatistik der Museen hervorgeht. „Es war wichtig, eine Anpassung an die gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Erzählung der NS-Diktatur auf den Weg zu bringen“, sagte Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU). Die feierliche Eröffnung sei für den 4. November geplant – genau 25 Jahre nach der ursprünglichen Eröffnung. Diese werde „ein wichtiges Ausrufezeichen in der Erinnerungskultur“ setzen, ist Lehner überzeugt.
Zum ersten Mal auf Platz 1 der Besuchsstatistik geklettert ist das Memorium Nürnberger Prozesse, das 2025 unter der Überschrift „80 Jahre Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess“ zahlreiche Veranstaltungen anbot. Mit mehr als 180.000 Gästen konnte es seine Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20.000 steigern. Ebenfalls einen deutlichen Zuwachs verzeichnete das Spielzeugmuseum (rund 119.000 Gäste), während in den restlichen städtischen Museen die Besuchszahlen leicht zurückgingen. Insgesamt haben die zehn städtischen Museen im letzten Jahr rund 694.500 Menschen besucht.
Die Kulturbürgermeisterin betonte das Hervorstechende an der Nürnberger Museumslandschaft. Kaum eine andere Stadt unterhalte Stadtmuseen an authentischen Orten. „So können wir immer wieder eine authentische Geschichte erzählen“, sagte Lehner, „über die Vergangenheit, aber auch über Herausforderungen der Zukunft und Utopien“. Museen seien Orte des kollektiven Gedächtnisses, spiegelten das kulturelle Erbe und seien Wissensspeicher.
Das Haus des Spiels mit dem Deutschen Spielearchiv und das Spielzeugmuseum sollen nach einer organisatorischen Trennung vor rund zehn Jahren 2026 wieder unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt werden. Dies sei einerseits eine Folge der beschränkten Haushaltsmittel, aber auch inhaltlich sinnvoll, sagte Eser. Weitere Modernisierungen in verschiedenen Museen sollen im laufenden Betrieb stattfinden, wie im Saal 600 des Memoriums Nürnberger Prozesse, das kürzlich eine Förderung von 750.000 Euro durch den Bund erhalten hat.
Drei laufende und neun große neue Ausstellungen sind laut Eser 2026 in den verschiedenen Museen zu sehen. Hinzu kommen sechs Musik-, Kino- und Festivalformate. Bereits im Blick habe man Dürers 500. Todestag im Jahr 2028. „Daran wird schon gearbeitet. Natürlich im Albrecht-Dürer-Haus, aber auch in Kooperation mit anderen Institutionen“, sagte Lehner. (0268/27.01.2026)