Doku-Festival „Doxs Ruhr“ ehrt Kurzfilm und Kinderfilm

Ein experimenteller Kurzfilm und ein Kinderfilm haben auf dem Dokumentarfilmfestival „Doxs Ruhr“ Auszeichnungen erhalten. Vier junge Erwachsene aus der Region bildeten die Jury für die neue „KinoForYaurr“-Trophäe und wählten als außergewöhnlichsten Film im Jugendprogramm den niederländischen Festivalbeitrag „Neighbour Abdi“ von Douwe Dijkstra aus, wie die Festival-Veranstalter am Montag in Bochum mitteilten. Als bester Kinderfilm wurde „Ramboy“ aus der Schweiz mit dem Ecfa Doc Award ausgezeichnet.

Regisseur Dijkstra erzählt dokumentarisch die Lebensgeschichte seines somalischen Nachbarn Abdi und dessen von Gewalt geprägter Vergangenheit. Die Jury würdigte die persönliche Nähe, die der Film durch Einblicke hinter die Kulissen herstelle. „Man fühlt sich, als würde man mit einem guten Bekannten über seine Erfahrungen mit den Missständen unserer Welt sprechen“, erklärte die Jury. Der Film schaffe es, mit der Schwere eines sensiblen Themas zu spielen.

Die Auszeichnung „KinoForYaurr“ ermöglicht dem Preisträgerfilm eine Veröffentlichung auf „filmfriend“, dem Streaming-Dienst der Bibliotheken, und ist mit 500 Euro für die Regieleistung dotiert. Die Hilfsorganisation Aktion Mensch unterstützt den Wettbewerb und die Preisvergabe.

Der diesjährige Ecfa Doc Award ging an die Schweizer Produktion „Ramboy“ von Matthias Joulaud und Lucien Roux. Der Film zeigt den irischen Teenager Cian, der zwischen zwei Welten aufwächst. Unter der Anleitung seines Großvaters lernt er das Handwerk der traditionellen Schafzucht, gleichzeitig träumt er von einer Karriere in den Tech-Firmen Dublins. Für „Ramboy“ sichert die Doxs-Auszeichnung auch die Teilnahme an der nächsten Berlinale.