Ferienfreizeit für benachteiligte Kinder

Die NorgeKids aus Bad Doberan

18 Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen machten zehn Tage Ferien in Norwegen. Im Alltag müssen die Kinder auf vieles verzichten, bei dieser Freizeit sollte es ihnen an nichts fehlen.

Sie waren zehn Tage lang eine gute Gemeinschaft: Die 18 NorgeKids.

Sie waren zehn Tage lang eine gute Gemeinschaft: Die 18 NorgeKids.

von Marion Wulf-Nixdorf

Bad Doberan. Die meisten von den 9- bis bis 16-Jährigen waren noch nie verreist. Sie müssen oft zurückstecken, aus den unterschiedlichen Gründen. Die Eltern haben das Geld nicht, sind krank, tot oder oder…. Um diesen Kindern die Möglichkeit zu geben, einmal raus aus ihrem Alltag zu kommen, lädt die Kirchengemeinde Bad Doberan seit einigen Jahren zu einer Ferienreise nach Dalhaugen ein.

Ausspannen in Norwegen

Niclas fehlt. Seine Mutter war schon mit ihm auf dem Weg ins Doberaner Gemeindezentrum zum Nachtreffen der „NorgeKids“ – da setzten die Wehen ein und das Geschwisterkind von Niclas will auf die Welt. Ein, zwei andere fehlen auch, aber die meisten der 18 Kinder und acht Betreuer, die in diesem Sommer zehn Tage lang in Dalhaugen in Norwegen, in einem von der Münstergemeinde verwalteten Haus mit mehreren Hütten, Ferien machen durften, sind gekommen.

Inola, 10, läuft mit einem gerahmten Foto durch den Raum. Das Bild zeigt, wie das Mädchen einen Handstand auf einer Wiese macht. Strahlend zeigt sie es jedem. Paul, 16, der stets mit Stoff-Eule Hedwig zusammen ist, schenkt den Betreuern eine Holz-Eule, die einen Platz in Dalhagen finden und immer an ihn erinnern soll. Manja, die für die Kinder in Dalhaugen gekocht hat, stehen Tränen in den Augen, als sie den Brief von Pauls Eltern vorliest.

Raus aus dem Alltag

Schulsozialarbeiter, Schulleitungen und Mitarbeiter aus der Suppenküche schlagen Gemeindepädagogin Anne Jax von der Doberaner Münstergemeinde jeweils zwei Kinder von jeder Schule Kinder vor, die es mal gut brauchen könnten, raus aus ihrem Alltag, ihrer Umgebung zu kommen, neue Erfahrungen in einer Gemeinschaft zu machen.

Finanziert wird die Reise von vielen Spendern, die nach dem Treffen der Kinder abends in das Gemeindezentrum eingeladen waren, um zu erfahren, was sie mit ihrer Hilfe Gutes getan haben. Im kommenden Jahr werden andere Kinder fahren. Aber Gemeindepädagogin Anne Jax tröstet: „Wir werden andere Möglichkeiten finden, wenn Ihr gern wieder mit uns zusammen sein wollt!“

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