Synode in Lübeck-Travemünde

Die Nordkirche geht die Zukunft an

Das Programm "horizonte hoch 5" soll weiter entwickelt werden, beschließt das Kirchenparlament. Zudem will die Nordkirche ihre Arbeit für Geflüchtete stärken.

Die Delegierten diskutieren über die Zukunft der Nordkirche

von Kristina Tesch

Lübeck-Travemünde. Die Nordkirche hat die Weiterentwicklung ihres Zukunftsprozesses „horizonte hoch 5“ beschlossen. Zum Ende ihrer dreitägigen Beratungen in Lübeck-Travemünde hat die Landessynode der Kirchenleitung den Auftrag zur weiteren Konkretisierung der vorgelegten Handreichung erteilt. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt bezeichnet die Entscheidung als „klare Priorisierung der Zukunftsaufgaben der Nordkirche“.

In der Aussprache haben die Delegierten das Papier kontrovers diskutiert. Nach Einschätzung vieler Synodaler ist es eine gute Basis, enthält aber zu viele unkonkrete Punkte. Zugleich wünschte sich das Kirchenparlament einen breiteren Beteiligungsprozess, unter anderem in den Kirchenkreisen. Die Kirchenleitung hat nun den Auftrag, „horizonte hoch 5“ weiter zu konkretisieren.

Profil in Arbeit

Demnach sollen ein evangelisches Profil erarbeitet und die Präsenz und Relevanz im Sozialraum verbessert werden. Außerdem sollen sich Gremien und Entscheidungsstrukturen für Kirchenmitglieder öffnen und auch Nichtmitglieder in den Beteiligungsprozess eingebunden werden, so der Beschluss. Auch eine Vereinfachung der Verwaltung sowie die Förderung der stärkeren Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen gehören zur Zielsetzung. Weitere Punkte sind die Erarbeitung innovativer Konzepte für den Umgang mit der Kirchensteuer und Fragen der Digitalisierung der Nordkirche.


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Bei ihrer dreitägigen Sitzung hatte die Landessynode zudem mit großer Mehrheit Gesetzesänderungen beschlossen, die es unter anderem jungen Pastorinnen und Pastoren künftig erleichtern soll, nach ihrer Ausbildung eine geeignete Pfarrstelle zu finden. Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde beschlossen, die rund 5,1 Millionen Euro Mehreinnahmen aus der Energiepreispauschale für besonders von der Krise betroffene Familien, Kinder, Senioren, Auszubildende und Studierende zu verwenden.

Zudem hat die Nordkirche ihre Arbeit für Geflüchtete gestärkt. Mehr als 4,3 Millionen Euro werden zwischen 2023 und 2027 bereitgestellt. Ziel sei die Förderung der sehr unterschiedlichen Arbeit der Flüchtlingsbeauftragten in den Kirchenkreisen, außerdem erhalte die Rechtsberatungsstelle „Fluchtpunkt“ in Hamburg Unterstützung.

Ausgeglichener Haushalt erwartet

In ihrem Bericht der Kirchenleitung erklärte die Landesbischöfin, dass die Nordkirche für 2023 Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 530 Millionen Euro und damit einen ausgeglichenen Haushalt erwarte. (epd)

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