Die Diakonie Sachsen sorgt sich um sozial benachteiligte Menschen wegen der digitalen Umstellung in den Jobcentern. Zwar biete die Digitalisierung der Verwaltung viele Chancen, teilte der evangelische Wohlfahrtsverband am Dienstag in Radebeul mit. Jedoch bestehe die Gefahr, Bedürftige vom Zugang zu notwendigen Leistungen auszuschließen.
Laut Sachsens Diakonie-Chef Dietrich Bauer scheitern viele Hilfesuchende bereits an der ersten Hürde, die mit der Anmeldung und Registrierung für die digitalen Portale verbunden sei. Für viele Klientinnen und Klienten seien die Online-Zugänge nicht ohne Unterstützung zu bewältigen.
Die digitale Transformation im Sozialbereich müsse so gestaltet werden, dass niemand zurückgelassen werde und die Beratungsstellen nicht überlastet werden. Digitalisierung könne nur dann das Leben vieler Menschen erleichtern, wenn sie leicht zugänglich sei. Behörden seien in der Verantwortung.
„Die Menschen brauchen Informationen, Unterstützung und Wahlmöglichkeiten – nicht zusätzliche Hürden“, erklärte Bauer. Besonders betroffen seien Klientinnen und Klienten, die weder über geeignete digitale Endgeräte noch über ausreichende Kenntnisse im Umgang mit den Apps verfügen. Zudem gebe es sprachliche Hürden oder fehlten finanzielle Mittel. Sozialleistungen könnten dann nicht ohne Weiteres beantragt werden
Die Diakonie Sachsen beschäftigt mehr als 27.000 hauptamtliche Mitarbeitende in rund 2.000 ambulanten und stationären diakonischen Einrichtungen, darunter Pflegeheime, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Beratungsstellen und Kindertagesstätten.