Diakonie warnt vor Aus von Migrationsberatungen

Wegen geplanter Kürzungen im Bundeshaushalt rechnet die Diakonie in der Hauptstadtregion mit einem Wegfall von bis zu 30 Prozent ihrer Angebote in den Beratungsstellen für Migranten und Geflüchtete.

Wegen geplanter Kürzungen im Bundeshaushalt rechnet die Diakonie in der Hauptstadtregion mit einem Wegfall von bis zu 30 Prozent ihrer Angebote in den Beratungsstellen für Migranten und Geflüchtete. Der evangelische Wohlfahrtsverband beklagte in diesem Zusammenhang am Freitag in Berlin einen integrationsfeindlichen Kurs der Bundesregierung. An die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg appellierte die Diakonie, den Haushaltsentwurf nicht mitzutragen.

„Für eine zukunftsfeste Sozial- und Wirtschaftsstruktur müssen wir die Chancen von Zuwanderung erkennen und nutzen. Dazu braucht es zwingend diese Integrationsangebote“, erklärte die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Ursula Schoen, in Berlin. Alle Erfahrungen und wissenschaftlichen Belege zeigten klar, eine frühzeitige Integrationsarbeit sei unerlässlich für soziale Teilhabe und Akzeptanz in der Bevölkerung.

Laut Berliner Diakonie sind bundesweit zahlreiche diakonische Beratungsangebote von der Kürzung von 90 Millionen Euro betroffen. Allein in der „Migrationsberatung für Erwachsene“ (MBE), die von diakonischen Trägern im Bundesauftrag betrieben wird, fehlten 30 Millionen Euro. Bei den diakonischen Jugendmigrationsdiensten und der Asylverfahrensberatung sei mit einer Mittelkürzung von 30 Prozent zu rechnen.

Auch die psychosozialen Zentren für traumatisierte Geflüchtete in acht Städten und Landkreisen Brandenburgs und die sogenannten Respekt-Coaches an 20 Kooperationsschulen könnten bei einer Realisierung des Haushaltsentwurfs nicht fortgeführt werden.