Menschen, die Hilfe brauchen, müssen sich darauf verlassen können, dass sie die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Die Vorstände der Diakonie Bayern haben am Montag bei ihrer Jahrespressekonferenz in Nürnberg betont, dass ein funktionierendes Gemeinwesen und ein leistungsfähiger Sozialstaat darüber entscheiden, „ob die Demokratie als handlungsfähige Gesellschaftsform erlebt wird, oder ob extreme Kräfte als Alternative wahrgenommen werden“, sagte die Präsidentin der Diakonie Bayern, Sabine Weingärtner. Sie warnte, dass eine Reform des Sozialstaates nicht zu Lasten der Betroffenen gehen dürfe.
Weingärtner schlug vor, an anderer Stelle anzusetzen und beispielsweise eine zentrale Existenzsicherungsstelle vor Ort für Hilfesuchende zu schaffen, damit diese nicht Wohngeld und Bürgergeld an verschiedenen Stellen beantragen müssten. Oft müssten sie dann jahrelang auf Bescheide warten und sich in der Zwischenzeit verschulden.
Wenn Menschen erlebten, dass sie im Pflegefall alleingelassen werden, „schwindet das Vertrauen in staatliche Institutionen“, betonte auch die Vorständin Soziales, Sandra Schuhmann. Investitionen in die Pflege seien „Investitionen in die Würde, Solidarität und sozialen Frieden“. Es stärke den Sozialstaat, wenn Hilfe vor Ort funktioniere, Angehörige entlastet würden und ihre Kosten kalkulierbar blieben.
Vor den Kommunalwahlen in Bayern am 8. März machten die Diakonie-Vertreterinnen darauf aufmerksam, dass Kommunen und Landkreise ihren sozialen Aufgaben wegen hoher finanzieller Belastungen immer häufiger nicht mehr nachkommen könnten. Es seien bereits Einrichtungen geschlossen worden, weil die kommunalen Zuschüsse wegfallen. Als Beispiel nannte Weingärtner die Unterstützungsangebote der Diakonie Schweinfurt für Wohnungslose. Auch die Diakonie Hochfranken müsse ihre Ehe- und Lebensberatung Ende des Jahres einstellen, kündigte die Präsidentin an. (0159/19.01.2026)