Die Kampagne Dry January – Kein Alkohol im Januar rückt die Folgen von Alkoholkonsum nach Ansicht Diakonie in Niedersachsen in den Fokus der Öffentlichkeit. „Der Dry January wird keinen Alkoholerkrankten von seiner Sucht kurieren“, sagte Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke am Donnerstag in Hannover. „Aber der Monat lenkt die Aufmerksamkeit auf das Thema Alkohol und Alkoholkonsum.“ Der Aktionsmonat könne dazu führen, sich mit seinem eigenen Alkoholkonsum bewusster auseinanderzusetzen.
Alkoholkonsum verursache jährlich in Deutschland erhebliche gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Probleme, erklärte Lenke, der aktuell auch Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist. Rund 57 Milliarden Euro an direkten und indirekten Kosten entstünden für den Staat durch Alkoholkonsum. Dazu kämen drastische psychische und körperliche Folgen, die bis zum Tod führten.
„Ich finde es besonders erschreckend, dass der durchschnittliche Alkoholerstkonsum bei 15,1 Jahren und der erste Alkoholrausch bei 16,2 Jahren liegen“, fügte Lenke hinzu. Diese Zahlen zeigten eindeutig, dass es mehr Präventionsarbeit geben müsse. Aktuell sei nicht jede Fachstelle für Sucht und Suchtprävention mit einer Präventionsfachkraft versorgt. Zudem seien die vorhandenen Präventionsstellen nicht auskömmlich finanziert. Dabei leiste Präventionsarbeit einen wesentlichen Beitrag dazu, Menschen davor zu schützen erst in eine Sucht zu geraten.