Deutschland hat so viele Einwohner wie noch nie

Die Bevölkerung ist auf 84,3 Millionen Menschen gewachsen. Doch das ist nur ein Zwischenstand. Endgültige Ergebnisse will das Statistische Landesamt im Sommer 2023 veröffentlichen.

2022 sind mehr Menschen zugewandert als abgewandert (Symbolbild)
2022 sind mehr Menschen zugewandert als abgewandert (Symbolbild)imago/Frank Sorge

Deutschland hatte Ende 2022 nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mindestens 84,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und damit so viele wie noch nie am Ende eines Jahres. Gegenüber dem Jahresende 2021 nahm die Bevölkerungszahl um 1,1 Millionen zu, wie die Behörde mitteilte. Ursache des starken Wachstums sei eine Nettozuwanderung auf Rekordniveau, unter anderem durch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

Nach der aktuellen Schätzung seien im vergangenen Jahr 1,42 bis 1,45 Millionen Menschen mehr nach Deutschland gekommen als ins Ausland fortgezogen sind. Damit habe die Nettozuwanderung 2022 diejenige des Vorjahres um das Vierfache übertroffen (2021: 329.163) und sei so hoch wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950. Neben der starken Zuwanderung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine habe auch die Zuwanderung von Menschen anderer Nationalitäten deutlich zugenommen, erklärte Destatis.

Ohne Zuwanderungen wäre Bevölkerung geschrumpft

In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Vereinigung war die Bevölkerung Deutschlands nach Angaben des Statistischen Bundesamtes überwiegend gewachsen. Ausnahmen hätten lediglich die Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010 gebildet. Das Bevölkerungswachstum habe sich stets ausschließlich dadurch ergeben, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert waren. „Ohne Nettozuwanderung wäre die Bevölkerung bereits seit 1972 geschrumpft, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden“, teilte Destatis mit.

Ein Rückgang der Geburtenzahl und mehr Sterbefälle wirkten sich den Angaben nach auch im vergangenen Jahr dämpfend auf das Bevölkerungswachstum aus. Die Zahl der Geburten sei 2022 ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter um etwa sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liege schätzungsweise zwischen 735.000 und 745.000 (2021: 795.492). Die Zahl der Gestorbenen sei dagegen um rund vier Prozent auf etwa 1,06 Millionen gestiegen (2021: 1,02 Millionen).