Deutsche Methodisten erlauben Segnung homosexueller Paare

Kirchengemeinden können nun gleichgeschlechtliche Paare trauen – müssen es aber nicht. Auch für homosexuelle Pastoren gibt es eine Regelung.

Zwei Männer im Hochzeitsanzug stecken sich gegenseitig die Ringe an
Zwei Männer im Hochzeitsanzug stecken sich gegenseitig die Ringe an

Frankfurt a.M. Die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland will in Zukunft die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und die Ordination von Homosexuellen ermöglichen. Laut einer Mitteilung soll dafür die Kirchenordnung an drei Stellen angepasst werden. Jedoch können Pastoren oder Pastorinnen laut dem Beschluss nicht verpflichtet werden, „gegen das eigene Gewissen anlässlich einer kirchlichen Trauung gleichgeschlechtliche Ehepaare zu segnen“. Eine Verpflichtung, dass Gemeinden sich für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare öffnen müssen, bestehe nicht.

Ebenso könnten Gemeinden signalisieren, dass sie keine Dienstzuweisung eines homosexuellen Pastors wünschten, teilte die Kirche mit. Die Beschlüsse waren bereits vergangene Woche bei der Tagung der Zentralkonferenz in Chemnitz gefasst worden. Die Zentralkonferenz Deutschland ist das für Deutschland zuständige höchste Leitungsgremium der Kirche, das alle vier Jahre tagt.

Spaltung in USA

Mit den Beschlüssen sei eine drei Jahre dauernde Diskussion zweier Lager innerhalb der Kirche gelöst worden. In den USA hatte ein Streit über die Gleichberechtigung von Homosexuellen zur Spaltung der methodistischen Kirche geführt. Konservative Kirchenmitglieder und besonders viele Mitgliedskirchen aus Afrika lehnen etwa Segnungen für homosexuelle Paare ab.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine weltweit verbreitete evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorging. Durch Rückwanderer aus England und den USA fasste die EmK auch in Deutschland Fuß.

Methodisten in Deutschland

Weltweit zählen sich etwa zwölf Millionen Menschen zur Evangelisch-methodistischen Kirche. Zur EmK in Deutschland gehören rund 46.000 Kirchenglieder und Kirchenangehörige in rund 420 Gemeinden. Der für Deutschland zuständige Bischof ist Harald Rückert mit Sitz in Frankfurt am Main. (epd)