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Deutlich weniger Wintervögel in Thüringens Gärten

In Thüringen sind bei der diesjährigen Aktion „Stunde der Wintervögel“ erneut weniger Vögel gezählt worden. Besonders deutlich zeige sich der Rückgang bei den Sperlingen, teilte der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) am Mittwoch in Jena mit. Zwar bleibe der Haussperling auch im Freistaat mit durchschnittlich sechs Exemplaren pro Garten der am häufigsten beobachtete Wintervogel, doch sowohl Haus- als auch Feldsperling seien seltener gemeldet worden als im Vorjahr. Der seit Jahren zu beobachtende Abwärtstrend setzt sich damit fort.

Als Ursachen für das Schwinden der Spatzen nannte der Naturschutzreferent des Verbands, Marcus Orlamünder, unter anderem Nahrungsmangel, den Verlust von Brutplätzen durch zunehmenden Flächenverbrauch sowie strukturarme Gärten und Landschaften. Auch die industrielle Landwirtschaft trage nachweislich zum Rückgang der Bestände bei.

Zu den am häufigsten beobachteten Wintervögeln in Thüringen zählen laut Orlamünder neben den Sperlingen Kohlmeise, Blaumeise und Amsel. Weniger gemeldet wurden auch sonst verbreitete Arten, wie etwa Blaumeisen. Positiv sei dagegen aufgefallen, dass Rotkehlchen, Schwanzmeisen und Zaunkönige häufiger gezählt wurden als im vergangenen Jahr.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Die Daten liefern wichtige Hinweise zur Bestandsentwicklung häufiger Vogelarten im Siedlungsraum. In Thüringen beteiligten sich in diesem Jahr mehr als 4.300 Menschen an der Erhebung. Die nächste Zählaktion, die „Stunde der Gartenvögel“, findet vom 8. bis 10. Mai statt.