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Das Stichwort: Karlspreis

Der Internationale Karlspreis zu Aachen ist die älteste und wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Völkerverständigung und Zusammenarbeit in Europa. Er ist nach Karl dem Großen (747/748-814) benannt, der als Vordenker des geeinten Europas gilt und schon zu Lebzeiten als „Vater Europas“ bezeichnet wurde. Ins Leben gerufen wurde der Preis 1950. Über die Preisträger entscheidet jährlich ein unabhängiges Gremium Aachener Bürgerinnen und Bürger. In diesem Jahr ist es der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Der renommierte Preis ist seit vergangenem Jahr mit einer Million Euro im Jahr dotiert. Das von der DSA Schäfer-Schulz-Stiftung bereitgestellte Preisgeld soll unter Einbeziehung des jeweiligen Preisträgers an neue oder bereits begonnene proeuropäische Projekte fließen.

Traditionell wird die Auszeichnung an Christi Himmelfahrt im Krönungssaal des historischen Aachener Rathauses überreicht. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem zwölften Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen zeigt. Die Rückseite enthält eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger.

Im vergangenen Jahr wurde EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) als „herausragende Führungspersönlichkeit des Vereinten Europas“ mit dem Karlspreis geehrt. Altkanzlerin Angela Merkel erhielt die Auszeichnung 2008, weitere Preisträger sind unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (2018) oder der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2006). 2023 wurde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk mit dem Karlspreis geehrt.

Als Institution wurden unter anderem 1969 die Europäische Kommission und 2002 der Euro gewürdigt. Den ersten „Außerordentlichen Karlspreis“ erhielt 2004 Papst Johannes Paul II., Papst Franziskus nahm im Jahr 2016 den Karlspreis entgegen. Der Präsident der Konferenz der europäischen Rabbiner, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, bekam den Preis 2024 für seine Verdienste um den interreligiösen Dialog.