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Das Stichwort: Deutsche Seemannsmission

Die Deutsche Seemannsmission mit ihrer internationalen Zentrale in Hamburg gehört zu den ältesten Arbeitszweigen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit mehr als 130 Jahren leistet die Organisation auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen auf mehreren Kontinenten Seelsorge und Sozialarbeit für Seeleute aus aller Welt. Die Arbeit geschieht unabhängig von Herkunft und Religion der Schiffsbesatzungen.

International legt das Hilfswerk besonderes Gewicht auf die psychosoziale Unterstützung von Piratenopfern und Hilfen für Seeleute, die oft bei der Rettung von Flüchtlingen kriminalisiert werden. An der Nord- und Ostsee leistet die Organisation in Zusammenarbeit mit dem Havarie-Kommando in Cuxhaven Notfallseelsorge. Die Arbeit wird aus Kirchensteuern, öffentlichen Mitteln, Spenden und freiwilligen Schiffsabgaben der Reeder finanziert.

Ihre Wurzeln hat sie im diakonischen „Komitee für kirchliche Versorgung im Ausland“, das am 29. September 1886 gegründet wurde. Heute setzen sich hunderte Haupt- und Ehrenamtliche rund um den Globus ein, um mit Freizeitangeboten außerhalb der Bordroutine der Vereinsamung und Entfremdung in den zunehmend multinationalen Besatzungen entgegenzuwirken. Sie arbeiten eng mit anderen christlichen Seemannsmissionen und Organisationen wie der Internationalen Transportarbeiter-Gewerkschaft ITF zusammen.

Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse an Bord zu verbessern. Dafür unterhält die Deutsche Seemannsmission im Ausland ein Netz von noch 17 Stationen, beispielsweise in Panama, Rotterdam oder der togolesischen Hauptstadt Lomé. In Deutschland gibt es 16 Standorte, die von eigenständigen Inlandsvereinen getragen werden. Unter ihnen sind Bremen, Wilhelmshaven, Hamburg, Rostock, Brunsbüttel, Bremerhaven, Cuxhaven und Emden. Auch in Duisburg, dem größten Binnenhafen Europas, ist die Seemannsmission tätig.