Daniel Kehlmann: Social-Media-Algorithmen brauchen Regulierung

Der negative Einfluss von Sozialen Medien auf die Gesellschaft muss nach Einschätzung des Schriftstellers Daniel Kehlmann eingedämmt werden. „Die staatliche Regulierung der Algorithmen ist vielleicht die einzige Hoffnung, die wir haben“, sagte er der Berliner Zeitung (Dienstag).

„Alle beklagen sich über Twitter, aber YouTube richtet noch mehr Schaden an. Wenn Sie ein harmloses Video ansehen und dann immer weiter das nächste empfohlene laufen lassen, sind Sie in kürzester Zeit bei Verschwörungstheorien“, so Kehlmann. „Der Algorithmus füttert uns mit dem, was uns am meisten emotional beschäftigt, das heißt eben: ärgert und aufregt, er nährt die Wut.“

Der in Berlin lebende Erfolgsautor („Tyll“, „Die Vermessung der Welt“) hält am Sonntag bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die Laudatio auf Salman Rushdie. Kehlmann selbst veröffentlichte jüngst seinen neuen Roman „Lichtspiel“ über den österreichischen Filmemacher Georg Wilhelm Pabst (1885-1967). Dieser galt als einer der wichtigsten Regisseure der Weimarer Republik. Auch während der NS-Zeit realisierte er weiterhin Filme, gefördert vom Propagandaministerium.