Humor ist milieuabhängiger geworden, sagt Maxi Gstettenbauer. Der Comedian, gebürtig aus Straubing, muss es wissen. Sein Geschäft sei für ihn “Fleißarbeit” – vier bis sechs Lacher pro Minute müssten schon sein.
Der Comedian und Buchautor Maxi Gstettenbauer vermisst “einen Massenhumor wie früher” – den gebe es heute kaum noch. “Humor ist heute viel milieuabhängiger”, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Als noch alle Fernsehen geschaut hätten, habe es eine Art Mainstream-Humor gegeben: “Man einigte sich auf bestimmte Stereotype, etwa Veganer, über die man sich lustig machte.” Inzwischen habe jedes Milieu seine eigene Reichweite, Influencer und Humorprotagonisten und damit laut Gstettenbauer auch einen eigenen “Insiderhumor”.
“Für Comedians bedeutet das: Man muss sich klar positionieren, um auf dem fragmentierten Markt sichtbar zu bleiben und eine Zielgruppe aufzubauen”, erklärte er. Der 36-jährige gebürtige Straubinger erkennt zudem, dass viele Einzelne in ihrem je eigenen Humor sensibler geworden seien. “Diskutiert wird darüber intensiv in den sozialen Medien.”
Gstettenbauer wollte nach eigenen Worten “schon immer etwas auf der Bühne machen”. Comedy ist für ihn Fleißarbeit und braucht viel Disziplin: “Jede Zeile muss sitzen – sowohl der Inhalt als auch der Sprachrhythmus.” Eine gute Comedy-Show zu produzieren, bedeute, vier bis sechs Lacher pro Minute zu erzeugen – und das über 90 Minuten hinweg. “Das ist die Messlatte und echt hart.”
Der Comedian ist an Depressionen erkrankt und hat mit “11,5 Rules für dein erfolgreiches Leben. Selbsthilfe von einem Typen, der auch keine Ahnung hat” nun einen eigenen Ratgeber veröffentlicht. Die zentrale Aussage sei für ihn, dass es nicht das eine erfolgreiche Leben gebe. “In der Selbsthilfe-Szene werden einem oft starre Regeln vorgegeben”, kritisierte Gstettenbauer, der nach eigener Aussage selbst mehr als 100 Ratgeber gelesen hat. “Das Leben beginnt aber genau dort, wo man aufhört, die Antworten bei anderen zu suchen”, sagte er. “Es geht darum, die eigene Intuition zu schärfen.”