Die Zahl von Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen ist 2025 zwar gestiegen. Dennoch behalten die allermeisten Geflüchteten in Deutschland ihren Schutzstatus. Falsche Angaben oder Täuschungen sind die Ausnahme.
Geflüchtete in Deutschland behalten nach Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen meist ihren Schutzstatus. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Allerdings nahm die Zahl der Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen zwischen Januar und November 2025 zu.
Insgesamt leitete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im genannten Zeitraum 23.101 Prüfungen ein – rund 5.500 mehr als im Vorjahr. Auch traf die Behörde im selben Zeitraum in 41.887 Verfahren Entscheidungen. In rund 93 Prozent der Fälle blieb der Schutzstatus bestehen; 2.839 Verfahren endeten mit einem Widerruf oder einer Rücknahme. Dazu kam es den Angaben zufolge wegen falscher Angaben oder Täuschungen allerdings kaum: Es gab lediglich 310 Fälle.
Besonders häufig wurden den Angaben zufolge Menschen aus Syrien überprüft: 9.077 Prüfungen wurden neu eingeleitet, in 16.737 Fällen kam es zu Entscheidungen. In 96,7 Prozent der Entscheidungen bestätigte die Behörde dabei den bestehenden Schutzstatus.
Clara Bünger, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, sagte dem RND: “Die Lage in Syrien hat sich in keiner Weise grundlegend stabilisiert. Im Gegenteil zeigt die Ermordung und Vertreibung von Minderheitenangehörigen und der aktuelle brutale Angriff auf die selbstverwalteten kurdischen Gebiete, dass dem islamistischen Regime in Damaskus in keiner Weise zu trauen ist.” Deshalb würden sich politische Debatten über eine Aufkündigung des Schutzstatus in Deutschland und Abschiebungen in dieses von Krieg und Vertreibung geprägte Land verbieten.