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Bund Naturschutz wächst und attackiert bayerische Klimapolitik

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern hat 2025 nach eigenen Angaben fast 2.000 neue Unterstützer gewonnen. Die Gesamtzahl der Mitglieder und Förderer stieg damit auf rund 270.000, wie der Verband am Montag in München mitteilte. Der neue Vorsitzende Martin Geilhufe sieht darin ein starkes Signal und Vertrauen in die Arbeit des BN.

Gleichzeitig übt der Verband scharfe Kritik an der bayerischen Staatsregierung, weil sie das für 2040 gesetzte Klimaziel gekippt hat. Die stellvertretende Vorsitzende Beate Rutkowski nannte die Entscheidung „eine riesige Enttäuschung“. Der BN werde jedoch nicht lockerlassen und sich weiter für den Klimaschutz einsetzen, etwa durch die Unterstützung des naturverträglichen Ausbaus von Wind- und Sonnenenergie.

Der Verband wies in seiner Jahresbilanz auch auf Erfolge hin. So wurden den Angaben zufolge geplante Kürzungen von Finanzmitteln für den Naturschutz im bayerischen Haushalt abgewendet. Zudem wurde die umstrittene Planung für die Ortsumfahrung Giebelstadt an der B19 endgültig eingestellt.

Im praktischen Naturschutz führte der BN zahlreiche Projekte durch. Helfer trugen hunderttausende Amphibien sicher über Straßen. Der Verband startete zudem neue Initiativen zum Schutz seltener Arten wie der Waldbirkenmaus, renaturierte Moore und Gewässer und kaufte weitere Flächen, um sie vor Eingriffen zu schützen.

Für das kommende Jahr kündigte der BN an, einen Schwerpunkt auf die Kommunalwahl zu legen. Außerdem will er die Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes in Deutschland begleiten. Man wolle aufzeigen, „dass wir alle von nassen Mooren, lebendigen Flüssen mit breiten Auen, Bestäuber-Artenreichtum und mehr Bäumen in der Siedlung profitieren“, so die stellvertretende Landesbeauftragte Christine Margraf. (4065/29.12.2025)