Der in Hamburg lebende Autor, Schauspieler und Musiker Heinz Strunk ist am Montag mit dem Bremer Literaturpreis 2026 ausgezeichnet worden. Für seinen Erzählband „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ wurde ihm der mit 25.000 Euro dotierte Preis im Bremer Rathaus verliehen, wie der Bremer Kultursenat mitteilte. Der mit 6.000 Euro versehene Förderpreis ging an Kaleb Erdmann und seinen Roman „Die Ausweichschule“. Der Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Preise für deutschsprachige Literatur.
„Es ist gerade in der aktuellen Zeit wichtig, dass Literaten uns und damit der gesamten Gesellschaft einen Spiegel vorhalten“, sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Jury-Mitglied Richard Kämmerlings würdigte Strunk als den „wohl gnadenlosesten Menschensezierer der deutschsprachigen Literatur seit Thomas Bernhard“. In seinen Erzählungen erkunde Strunk radikal die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens, hieß es. Strunk wurde 1962 im niedersächsischen Bad Bevensen geboren.
Kaleb Erdmann erhielt den von Deutschlandfunk Kultur finanzierten Förderpreis für den Roman „Ausweichschule“. Darin verarbeitet er seine Erinnerungen an den Erfurter Amoklauf von 2002, den er als Schüler erlebt hat. „’Die Ausweichschule ist keine heroische Bewältigung eines schwierigen Stoffes, sondern das ehrliche Protokoll einer Überforderung“, sagte Sandra Kegel für die Jury. „Auch nach 300 Buchseiten ist sie für den Ich-Erzähler nicht vorbei.“
Der von der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung getragene Bremer Literaturpreis wurde erstmals 1954 vergeben und wird seit 1977 durch den Förderpreis vom Deutschlandfunk Kultur ergänzt. Die Auszeichnungen wurden während der 50. Literarischen Woche Bremen vergeben, die noch bis zum 31. Januar läuft.