Am Holocaust-Gedenktag ist in Brandenburg an zahlreichen Orten an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. An der Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg nahmen am Dienstag nach Landtagsangaben auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Parlamentspräsidentin Ulrike Liedtke (beide SPD) teil. Beide legten am Gedenkort an der damaligen KZ-Hinrichtungsstätte „Station Z“ einen Kranz nieder.
Woidke erklärte, Sachsenhausen mahne und erinnere „an das unermessliche Leid der Frauen, Männer und Kinder, die vom nationalsozialistischen Regime entrechtet, gequält und ermordet wurden“. Erinnerung bedeute auch Verantwortung, betonte er: „Deswegen müssen wir uns immer wieder neu mit diesem schrecklichen Kapitel unserer Vergangenheit auseinandersetzen und unser Versprechen bekräftigen, Menschenwürde zu schützen und jeder Form von Hass und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten.“ Unrecht wie in der NS-Zeit dürfe sich niemals wiederholen.
Liedtke erklärte, der Holocaust verpflichte zur Erinnerung, zu Demut und zu Widerspruch gegen Extremismus und Hass. „Antisemitische Angriffe, Bedrohungen und Schmierereien greifen nicht nur Einzelne an“, betonte die Landtagspräsidentin: „Sie sind keine Randerscheinungen, sondern eine Gefährdung unserer demokratischen Ordnung.“
In Cottbus legten nach städtischen Angaben Vertreter der jüdischen Gemeinde und der Stadt Kränze und Blumen an der Gedenktafel am Standort der alten Synagoge nieder. Zu Gedenkveranstaltungen war auch in Potsdam, Bernau, Brandenburg an der Havel und weiteren Orten eingeladen.