Bischof Meyns: Worauf es beim Klimawandel ankommt

Jeder Mensch allein hat nur einen begrenzten Einfluss, sagt der Theologe aus Braunschweig. Entscheidend seien Staaten wie China und USA an. Was seine Landeskirche macht.

Christoph Meyns, Landesbischof der Kirche Braunschweig
Christoph Meyns, Landesbischof der Kirche Braunschweigepd-bild/Jens Schulze

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sieht der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns nur einen begrenzten Einfluss einzelner Menschen. „Jeder sollte sicher seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, aber sich nicht einbilden, dass man damit die Welt rettet“, sagte der Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd). Entscheidend sei der Beitrag von Staaten wie China oder den USA. „Vor allem muss man auch ganz viel Ohnmacht aushalten.“

Helfen könne in diesen Situationen auch das Gebet und der Hilferuf zu Gott, betonte der evangelische Bischof. „Alleine haben wir uns in unserer Zivilisation völlig verrannt.“ Schon viel früher hätten Maßnahmen mit einfacheren Mitteln ergriffen werden können. Jetzt sei es höchste Zeit, denn die Erderwärmung werde erhebliche Auswirkungen haben, und es treffe vor allem die Ärmsten der Armen weltweit.

Klimaneutral bis 2040

Die braunschweigische Landeskirche will bis 2040 klimaneutral sein. Im Jahr 2024 veranstaltet das Kirchenparlament eine sogenannte Klimasynode, um dort entsprechende Gesetze zu verabschieden. Unter anderem könne es dabei um mehr Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden wie den Kirchen und um eine stärkere Unterstützung für Elektromobilität gehen, kündigte Meyns an.

Ein Schwerpunkt sei auch, möglichen Verzicht zu prüfen, sagte Meyns. Die Landeskirche hatte im vergangenen Jahr einen Klimaschutzmanager eingestellt, der im kommenden Jahr erste Konzepte vorstellen will. Zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig gehören rund 302.000 Mitglieder in 299 Gemeinden.