Artikel teilen:

Bischof Meister: “Kinder sind die stärksten Hoffnungsträger”

Angesichts zunehmender autoritärer Verhältnisse in der Weltpolitik hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister die friedensstiftende Bedeutung der Weihnachtsgeschichte betont. Die Erzählung von der Geburt Jesu im Stall zu Betlehem sei immer dann bedeutsam geworden, wenn die Welt aus den Fugen geraten sei, sagte Meister in seiner Heiligabend-Predigt in der hannoverschen Marktkirche laut Manuskript.

Denn der Erlöser, dessen Ankunft in der Heiligen Nacht verkündet werde, sei keiner der „selbsternannten Weltretter“, nach denen sich Millionen Menschen sehnten, sagte Meister. Viel mehr erscheine Gott als Kind, angewiesen auf andere, scheinbar machtlos. „Dieser Retter tritt nicht als Gestalter der Verhältnisse auf, sondern als einer, der sich den Verhältnissen aussetzt“, betonte der Landesbischof.

Kinder seien „die stärksten Hoffnungsträger, die wir haben“. Sie seien „Friedensbotschafter für diese wankende Welt. Botschafterinnen und Botschafter, die im Jahr der selbst ernannten Erlöser besonders wichtig sind“. Die Welt brauche keine „Verdoppelung der Hoffnungslosigkeit durch fortwährendes Klagen“, sondern „die Kraft anschaulich gelebter Hoffnung“, wie sie mit jedem Kind zur Welt komme.

Meister sagte, die Weihnachtsgeschichte verbinde die Menschen über zwei Jahrtausende hinweg. „Wir sind die Zeuginnen dieser Botschaft in unseren Jahren. Wir füllen sie mit unseren eigenen Erinnerungen und mit dem, was noch kommen soll.“ Weihnachten erzähle nicht nur, was einmal war. „Es entwirft, was werden kann“, sagte der Bischof.