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Pax Christi: Waffen für den Frieden?

Bischof Peter Kohlgraf, Vorsitzender der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, warnt vor militärischer Abschreckung als Weg zum Frieden. Statt Aufrüstung brauche es Prävention und Begegnung.

Pax-Christi-Vorsitzender Kohlgraf warnt vor Waffenlogik
Pax-Christi-Vorsitzender Kohlgraf warnt vor Waffenlogikepd-bild/Andrea Enderlein

Um den Frieden in der Welt zu sichern, sind Waffen zur Abschreckung keine Patentlösung – das sagt der Vorsitzende der katholischen Friedensbewegung Pax Christi. “Abschreckend sind die Waffen nur, wenn der Gegner weiß, der andere wird sie auch einsetzen. Sonst verfehlen sie ihre abschreckende Wirkung”, erklärte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bei einer Podiumsdiskussion in Köln. Das gelte insbesondere bei Atomwaffen, deren Aufrüstung und Einsatz der Bischof nach eigenen Worten klar ablehnt.

Grundsatz “Frieden schaffen ohne Waffen” bleibt umstritten

Zwar gebe es angesichts globaler Konflikte auch in der Friedensbewegung Kritik am Grundsatz “Frieden schaffen ohne Waffen”. Doch alle Konfliktparteien mit Munition zu versorgen, ist für Kohlgraf keine Lösung. Er unterstrich den Einsatz für Menschenrechte in Kriegsgebieten – und Möglichkeiten der Prävention. Die Kirche setze sich in betroffenen Regionen etwa stark für Bildung und Stärkung ziviler Strukturen ein: “So hätten wir die Chance, manchen Konflikt schon im Keim zu ersticken.”

Wenn Macht sich religiös legitimiert, gerät Frieden in Gefahr

In der Diskussion warnte Kohlgraf auch vor einer Vermischung von Religion und Staat. “Wir sehen Putin mit dem Patriarchen in Moskau, wie er sich seinen Krieg absegnen lässt. Das passiert mit religiöser Sprache.” Auch US-Präsident Donald Trump nehme für sich einen göttlichen Sendungsauftrag in Anspruch, seit er ein Attentat überlebt habe. “Dem muss man rational etwas entgegensetzen. Vielleicht hilft das einem Menschen, der sonst auf solche Parolen hereingefallen wäre, weil er sich nach einer messianischen Gestalt sehnt”, so Kohlgraf.