Ohne Zwei-Staaten-Lösung geht es nicht weiter im Heiligen Land, glaubt der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Aber vieles lasse eine Umsetzung immer unwahrscheinlicher scheinen.
Für eine friedliche Zukunft der Menschen im Heiligen Land braucht es nach Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zwei souveräne Staaten für die beiden Völker. Fakten stellten eine solche Lösung jedoch “jeden Tag weiter in Frage”, sagte der Limburger Bischof zum Abschluss einer viertägigen Reise im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Voraussetzung müsse sein, “dass die Würde und die Rechte aller als gleich anerkannt wird. Das ist offensichtlich nicht der Fall”, so Bätzing. Die Reise habe ihm gezeigt, wie extrem komplex die Situation im Heiligen Land sei.
In Flüchtlingslagern litten Palästinenser unter einem unhaltbaren Zustand, sagte Bätzing. Solidarität mit ihnen sei ein wichtiges Zeichen. Dazu gehöre auch, ihnen zu sagen, dass man ihr Recht sehe, in ihrem angestammten Land zu sein und dort ihre Zukunft zu gestalten. Gleichzeitig sei der Wunsch der Israelis verständlich, in ihrem Kampf um Selbstbehauptung angesichts von Terror und Gewalt politisch unterstützt zu werden.
Bätzing äußerte sich besorgt über die Abwanderung von Christen aus dem Heiligen Land. Demgegenüber sei beeindruckend, wenn Christen sich für das Bleiben in ihrer Heimat aussprächen. Sie machten deutlich, dass sie keine Gäste seien, “indem sie auf der einen Seite gute Kontakte zu allen pflegen, auf der anderen Seite aber ihre Rechte einfordern”, sagte Bätzing. Durch die heiligen Stätten sei der Boden des Heiligen Landes auch für Christen “so heilig, so wie er Juden und Muslime heiliges Land ist”.